Was muss es bedeuten, wenn der Gemeinderat Finanzen, Lorenz von Felten, bei seinen Ausführungen erklärt, das Jahr 2018 habe zwischenzeitlich etwas bedrohlich gewirkt? Im Falle Rickenbachs heisst dies so viel wie: Steuererträge der juristischen Personen sind vermindert eingegangen. Mehr als eine halbe Million Franken (525 000 Franken) blieb das Jahr 2018 hinter den Budgeterwartungen zurück, gegenüber der Jahresrechnung 2017 immer noch 357 000 Franken. Zudem mussten rund 500 000 Franken an zu hoch veranschlagten Steuerbezügen zurückbezahlt werden. Immerhin: Unter anderem konnten die negativen Vorkommnisse mit dem Eingang einer wider Erwarten hohen Grundstücksgewinnsteuer einigermassen kompensiert werden, wie von Felten ausführte.

Die brachiale Notbremse für Finanzhaudegen musste zwar nicht gezogen werden: Aber: Zum einen führten die Verunsicherungen zu einer Reduktion von Investitionen, zum andern griff eine rigorose Budgetdisziplin, womit letztlich ein «akzeptables Minus von 64'600 Franken erreicht werden konnte», wie sich von Felten ausdrückte. Mit einer "Roten Null" und einem blauen Auge davon gekommen also.

Einstimmig verabschiedet

Die anwesenden knapp 50 Stimmberechtigten winkten die Rechnung oppositionslos durch. Werner Huber hatte zuvor noch die Frage aufgegriffen, inwieweit künftig mit niedrigen Steuereingängen bei juristischen Personen zu rechnen sei. Die Frage musste unbeantwortet bleiben, weil sich Entwicklungen nicht vorhersagen lassen, jene von international tätigen Unternehmen erst recht nicht. Die Entwicklungen bei Amcor seien für die Exekutive nicht nur überraschend gekommen, meinte Gemeindepräsident Dieter Leu. Beruhigend fand er auch die Käuferschaft der Amcor-Gebäulichkeiten, die als vertrauenswürdig gelte. Die Rede war dabei von Hansjörg Wyss. Seit dem 15. Dezember 2017 ist die Loreda Real Estate GmbH in Zürich Arealbesitzerin. Die vor knapp vier Jahren gegründete Firma gehört dem in den USA wohnhaften Milliardär. Man verfolge die Entwicklung eng, wie Dieter Leu meinte. Rückblickend gab dieser auch zu verstehen, immer von einem gewissen Klumpenrisiko gewusst zu haben.

Länger Feuerwehrdienst

Unwidersprochen ging auch die Erhöhung des Dienstalters für Angehörige der Regionalfeuerwehr Untergäu über die Bühne. Damit kann, sofern Kappel an der Gemeindeversammlung von morgen Donnerstag auch Ja sagt zur Erhöhung, das Dienstalter von 42 auf 47 Jahre ausgeweitet werden.

Schliesslich wurde aus Anlass der Rechnung 2018 auch noch der Gemeindesaal der Öffentlichkeit übergeben. Eine der jüngsten Errungenschaften der Gemeinde, welche den Raum mit Küche und WC-Anlagen als Stockwerkeigentum an der Liegenschaft Dorfstrasse 7 unterhält. Mit rund einer halben Million Franken schlug das Projekt zu Buch. «Wir haben zwar mit der Eröffnung im Dezember letzten Jahres gerechnet; nun ist es doch Sommer geworden», meinte Leu.

Der Saal ist zu mieten, für einheimische Vereine beziehungsweise Bewohner zu besonders günstigen Konditionen. Künftig finden dort die Gemeindeversammlungen statt, ist der Raum doch auch mit aktueller Kommunikationstechnologie ausgestattet. Wie sagt man in Rickenbach doch: «Chlii und glich derbii!»