Zwar hatte der Gemeinderat einst auf Anregung aus der Bevölkerung die Einführung einer Grünabfuhr von Haus zu Haus geprüft und an der Gemeindeversammlung am Dienstagabend eine pfannenfertige Vorlage präsentiert, was man als so etwas wie eine Nagelprobe deuten mag. Aber: Die Mehrheit unter den 32 anwesenden Stimmberechtigten wollte von einer Grünabfuhr nichts wissen.

Klares Verdikt

Mit 17 Nein zu 10 Ja bei 5 Enthaltungen zeigte der Souverän der Vorlage die rote Karte. Die Gründe für die ablehnende Haltung: vielschichtig. Zum einen störte man sich am Prinzip der individuellen Abrechnung. In Boningen gibts durchaus noch Einwohner, die sich gegen die personenbezogene Abrechnung von Kehrichtgebühren stemmen.

So etwa Guido Wyss, der ebenfalls mahnte, die Einführung der kostenpflichtigen Grünabfuhr begünstige das wilde Deponieren. Zum andern erschien einer Mehrheit in der Schnäggehalle der Preis für die Neuerung zu hoch, was etwa Dieter Wyss aufs Tapet brachte. Zumal die bisherige Grundgebühr lediglich von 50 auf 40 Franken gesenkt worden wäre. Und letztlich gabs viele kleine, aber ganz praktische Fragen, die ausschlaggebend gewirkt haben dürften.

Wie verhält sich Grüngut im nicht vollen Container? Bringe ich den Container überhaupt einmal voll? Wie hoch wird der die Grüngutabfuhr bedingte Verwaltungsaufwand? Da nütze es auch nichts, dass der zuständige Ressortleiter und Gemeinderat Beat Wyttenbach als Reaktion darauf zu Nachbarschaftshilfe riet, den zusätzlichen Verwaltungsaufwand als minimal bezeichnete und die Beimengung von Steinmehl und kalter Asche als Geruchsbinder empfahl. In Boningen wollte man beim alten Modell bleiben, wo Baum- und Sträucherschnitt, Laub und Rasenschnitt beim Werkhof gegen eine generelle Gebühr entsorgt werden können.

Keine Entspannung an Geldfront

Gemeinderat und Ressortchef Rolf Nussbaumer präsentierte dann das eigentliche Hauptgeschäft des Abends, die Rechnung 2017. Der wider Erwarten positivere Abschluss (budgetiert war ein Minus von rund 177'000 Franken) begründete Nussbaumer mit einen höheren Steuereingang bei den juristischen Personen, wo sich Erträge aus den Vorjahren positiv bemerkbar machten. «Damit können wir natürlich nicht jedes Jahr rechnen,» gab der Ressortchef zu verstehen.

In Boningen habe man weiterhin einen defensiven Umgang mit Ausgaben zu pflegen, es gebe sehr wenig Spielraum. Ein Beispiel dafür: Bereits kleinere Schadensbehebungen, die überraschenderweise auftreten und darum nicht budgetiert werden, könne die Rechnung aus dem Gleichgewicht bringen. Der Jahresabschluss 17 wurde unter diesen wenig erfreulichen Vorzeichen einstimmig gutgeheissen.

Im Übrigen hiess die Versammlung auch zwei Revisionen gut; jene des Abfall- und die des Gebührenreglements Gemeindeliegenschaften. Künftig will die Einwohnergemeinde ihre Gemeindeliegenschaften, sprich die Schnäggehalle) bei leicht angehobenen Preisen vermieten; an Auswärtige beziehungsweise Privatpersonen oder einheimischen Vereinen bei kommerzieller Nutzung. Neue Gebühren allerdings wurden keine eingeführt, lediglich die alten erhöht.