Kommentar

Eine gute Idee mit einigen Schwächen

«Diese Aktion nützt den Unternehmen direkt, weil sie dringend notwendigen zusätzlichen Umsatz erhalten.»

Urs Knapp, der FDP-Gemeindeparlamentarier hinter der Idee.

«Diese Aktion nützt den Unternehmen direkt, weil sie dringend notwendigen zusätzlichen Umsatz erhalten.»

Maximal 222 Franken soll jede Oltnerin und jeder Oltner in Form eines Gutscheins erhalten, der bei den lokalen Firmen bis Ende Jahr eingelöst werden kann. Wer den Gutschein bis dann nicht gebraucht hat, ist selbst schuld. Die Idee des FDP-Gemeindeparlamentariers Urs Knapp ist auf den ersten Blick bestechend und würde ohne Frage dafür sorgen, dass die 3,4 Millionen Franken ausgegeben würden: Denn für später aufgespart werden können die Gutscheine nicht.

Trotzdem gibt es einige Schwächen, die vor der Umsetzung dieser Idee diskutiert werden müssen: Nebst dem grundsätzlichen Einwand, ob neben Bund und Kanton nun auch noch die Gemeinde einspringen muss, um der stark betroffenen Wirtschaft wegen der Coronakrise finanziell unter die Arme zu greifen, ist fraglich, ob die Millionenspritze überhaupt den richtigen Oltner Firmen zugute kommt. Wäre es nicht geschickter, statt die Bevölkerung zufällig ihre Firma des Vertrauens auswählen zu lassen, die Firmen selbst entscheiden zu lassen, ob sie Hilfe brauchen? Dafür könnte Olten etwa einen Fonds einrichten, wie dies Hägendorf kürzlich getan hat. Zudem verhindert Knapps Bedingung, dass nur juristische Personen von den Gutscheinen profitieren dürfen, dass Einzelunternehmen, welche die Hilfe vielleicht am nötigsten hätten und die bei Firmen am häufigsten gewählte Rechtsform in der Schweiz ist, nicht berücksichtigt werden können – sie gelten nicht als juristische Personen.

fabian.muster@chmedia.ch

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