Keine Ambulanz des Kantonsspitals Olten (KSO) stand zur Verfügung: Ein Umstand, der einen erschrecken mag. Aber so geschehen am Montagnachmittag in Olten. Was war passiert? Der Unfall einer Person in den Räumlichkeiten des Restaurants Aarhof hatte Auswirkungen bis auf die Strasse.

Grund: Um den schwer verletzten Senior mit dem Heli ins Spital nach Bern bringen zu können, musste kurzzeitig die Bahnhofbrücke gesperrt werden. Der verunfallte 80-Jährige war kurz zuvor im Aarhof-Gebäude offenbar rücklings die Treppe hinuntergestürzt und hatte sich dabei schwere Kopfverletzungen zugezogen.

Aarhof-Wirt Thomas Rhiner sagte gestern gegenüber dieser Zeitung: «Wir haben nach der Erstversorgung des Mannes via Nummer 144 die Ambulanz angefordert, worauf wir die Nachricht bekamen, dass im knapp 500 Meter entfernten KSO keine solche zur Verfügung stehe, da alle dort stationierten Equipen bereits im Einsatz seien. So haben wir halt auf die eine aus Zofingen gewartet.»

Auch die städtische Feuerwehr war vor Ort

Noch vor der Ambulanz aus Zofingen vor Ort war die alarmierte städtische Feuerwehr und leistete, zusammen mit weiterem medizinischen Personal, welches in der unmittelbaren Nachbarschaft seiner Berufstätigkeit nachgeht, erste Hilfe. «Die Herzgruppe wird immer aufgeboten, wenn bestimmte Indikatoren auf einen Vorfall zutreffen. In diesem Fall war von Bewusstlosigkeit die Rede, welche durchaus im Zusammenhang mit einem Kreislaufproblem auftreten kann», so Philipp Stierli, Kommandant der städtischen Feuerwehr.

Hinzu kam ein weiterer Faktor: Die Ambulanz hatte einen längeren Anfahrtsweg als üblich zu bewältigen. «Ein Grund mehr, der den Einsatz der Feuerwehr angezeigt erscheinen liess», weiss Stierli. Die Besatzung der später eintreffenden Ambulanz aus Zofingen entschied dann, den schwer verletzten Mann via Helikopter ins Spital nach Bern fliegen zu lassen. «Ab dem Moment ging eigentlich alles sehr schnell», erinnert sich Rhiner.

Da drängt sich die Frage auf, ob die Zahl der Ambulanzequipen am KSO genügt? Dazu meint Oliver Schneider, Leiter Marketing und Kommunikation Solothurner Spitäler AG (soH): «Aufgrund der beobachteten, aktuellen Einsatzzahlen reicht der Einsatz von zwei stationierten Rettungsequipen in der Region Olten aus. Disponiert werden die Einsätze von der Kantonalen Alarmzentrale. Es kann aber immer mal wieder einen Engpass geben, dass beide Equipen schon im Einsatz sind und dass die in Solothurn stationierten Equipen zu weit weg sind, um rasch genug aufgeboten werden zu können – so wie das am Montag der Fall war.»

«Nachbarschafthilfe im Interesse des Patienten»

Und was passiert dann? «Dann bietet die Alarmzentrale die nächst verfügbare Equipe aus der Region auf; gestern kam eine solche aus Zofingen», führt Schneider weiter aus. Handkehrum würden auch Equipen des Rettungsdienstes der soH aufgeboten, wenn es in den Nachbarkantonen zu Engpässen kommt. «Hier besteht eine Art Nachbarschaftshilfe im Interesse der Patientinnen und Patienten», erklärt Schneider.

Die Frage, wie oft pro Jahr eine derartige Unterbelegung vorkommt, konnte de Leiter Kommunikation nicht beantworten. Aber er sagt: «Wenn dies häufig wäre, würden wir die Equipen anders disponieren.»