Um den Anforderungen von vielen Sportvereinen gerecht zu werden, braucht es die entsprechenden Anlagen. Auch in Kappel. Mit dem Bornblick und der Mehrzweckhalle weist das Dorf Infrastrukturen auf, in welchen sportliche Aktivitäten möglich sind. Doch für die vielen Kappeler Sportvereine reicht dies kaum noch aus. Einige Trainings müssen bereits jetzt in auswärtigen Turnhallen abgehalten werden.

Verschiedene Kappeler Vereine nutzen die Hallen am Abend. Es sind dies:

  • der FC Kappel
  • der Damen- und Frauenturnverein (D/FTV)
  • die Turnvereine STV, MTV und KTV.

Auswärtige Trainings

Zwei der grösseren Vereine, der D/FTV und der STV, welche zusammen über zwei Drittel der Belegungen der beiden Hallen ausmachen, müssen zusätzlich auf auswärtige Hallenzeiten zurückgreifen. Die vielen Unihockey-Mannschaften und die Jugi des STV bräuchten nun einmal mehrere Hallenzeiten. «Wir müssen zwischen ein und zwei Mal pro Woche in Boningen trainieren», bestätigt Tobias Hummel, Präsident des STV. Dies sei keine optimale Situation für den Verein, da die auswärtigen Hallen Geld kosten, wohingegen die Belegung in den örtlichen Hallen kostenlos ist.

Auch Rebekka Keller, Präsidentin des D/FTV, sieht sich mit diesem Problem konfrontiert. Momentan müssen zwei Volleyballmannschaften für ihr Training in eine Halle in Rickenbach wechseln. Dies einerseits, weil beide Hallen in Kappel voll ausgelastet sind und keine weiteren Belegungsmöglichkeiten zulassen, und andererseits, weil eine der Volleyballmannschaften die reservierte Hallenzeit nicht mehr wahrnehmen kann.

Diese ist bereits um halb sieben Uhr angesetzt und dem neuen Trainer der Mannschaft ist es nicht mehr möglich, so früh in der Halle zu stehen. Die Präsidentin hält fest, dass erst eine andere Hallenzeit gesucht wird, wenn der Trainer oder etwa die Hälfte der Mannschaftsmitglieder nicht mehr zu der gegebenen Zeit trainieren könnte.

Ansonsten seien die Trainingseinheiten natürlich kein Wunschkonzert. Teilweise sei es aber einfach nicht möglich, jedes Jahr mit neuen Mitgliedern und Veränderungen im Verein die gleichen Hallenzeiten zu belegen. «Wir versuchen stets, die Hallenzeiten intern abzutauschen, aber das ist auch nur eine vorübergehende Lösung und klappt nicht immer», meint die Präsidentin.

Keller macht noch auf einen weiteren Punkt aufmerksam, den das Hallenproblem mit sich bringt: «Die Vereine haben doch so kein Potenzial, zu wachsen.» Denn wenn bereits jetzt Mannschaften auswärts trainieren müssen, kommt die Frage auf, wo denn noch neue Sportteams unterkommen wollen?

Gemeinde sieht keine Lösung

Die Gemeinde Kappel ist sich dieses Problems bewusst. Doch eine Lösung ist für Gemeindepräsident Rainer Schmidlin momentan nicht in Sicht. «Eine weitere Halle kommt auf keinen Fall infrage. Dafür haben wir schlicht und einfach kein Geld», stellt Schmidlin fest. Die Turnhallen seien schlussendlich hauptsächlich für den Schulgebrauch da und werden an den Abenden jeweils den Vereinen zur Freizeitbenützung zur Verfügung gestellt.

Solange die Schule kein Bedürfnis an weiteren Lokalitäten habe, sei eine neue Halle kaum realisierbar. Deshalb läge es an den Vereinen, zusammenzuarbeiten und sich untereinander abzusprechen. «Braucht es wirklich eine neue Halle oder reicht es, wenn man sich einfach besser koordiniert?», fragt er.

Eine Revision des bisherigen Hallenplans könnte möglicherweise eine kurzfristige Lösung bringen. Fakt ist jedoch, dass das Freizeitangebot in Kappel weiterhin beschränkt bleibt, da das Potenzial der beiden örtlichen Hallen voll ausgeschöpft ist. Eine neue Turnhalle mit der gesamten Infrastruktur kostet viel Geld.

Da aber das Bedürfnis nur bei einzelnen Mannschaften vorhanden sei, würde sich diese Investition nicht lohnen. «In den nächsten fünf bis zehn Jahren ist das keine Diskussion», gibt Schmidlin zu bedenken. Es wird jedoch ersichtlich, dass es früher oder später eine Lösung für Kappel geben muss, wenn man das Freizeitangebot im Dorf nach wie vor attraktiv gestalten will.