Das Adventskonzert der Musikgesellschaft Wangen gehört zum kulturellen Leben in der Gemeinde wie der Tannenbaum und die Krippe in jeder Stube. Auch diesmal, am vierten Adventssonntag, durfte in der Gallus-Kirche ein sehr guter Besuch verzeichnet werden. Und es kann vorweggenommen werden: Die Besuchenden wurden nicht mit materiellen, aber umso mehr mit musikalischen und gesanglichen Geschenken bedacht, welche Herz und Seele zu erfreuen vermochten.

Nach der Begrüssung durch MG-Präsidentin Cornelia Nussberger machte die Jugendband Wangen unter Viktor Del Ponte den Auftakt. Sie wurde dabei von Mitgliedern der Orff-Gruppe mit Walter Grob wirkungsvoll unterstützt. Dem Alter der jungen Interpreten entsprechend wurden zeitgemässe Melodien und Rhythmen geboten, die vom Publikum mit grossem Applaus honoriert wurden.

Mit «Fanfare and Furiosity» von David Shaffer eröffnete die Musikgesellschaft unter Leitung von Lukas Vogelsang ihren ersten Konzertteil. Wie aus dem Titel entnommen werden kann, mit festlichen Fanfarenklängen, gefolgt von harmonisch vorgetragenen Melodien, ehe die Komposition furios, aber jederzeit sehr gepflegt endete. Bert Appermont hat in seiner mit «Sacred Song» betitelten Komposition einen Coral bearbeitet. «Besinnlich, in sich gehend, ein wohltuender Gegensatz in der mehrheitlichen Hektik der Vorweihnachtszeit». Mit diesen Worten umschrieb der Dirigent der Musikgesellschaft diesen Vortrag. Und so wurde er auch vom Publikum honoriert. Nochmals wurde ein Werk eines jungen belgischen Komponisten ins Programm aufgenommen. «Friends of Freedom» stammt aus der Feder von Karel Deseure und fügte sich bestens in die Adventsmusik ein. Auf die Eröffnungsfanfare folgte ein flottes Allegro mit reizvollen wechselnden Rhythmen und virtuosen Melodien. Zum Schluss trat das Eröffnungsthema, nun in breiterer Instrumentierung, noch einmal in den Vordergrund. Lang anhaltender Applaus war Beweis dafür, dass auch dieser Vortrag hervorragend gelungen war.

Erstarkter Männerchor

Der wieder erstarkte Männerchor Wangen hatte auf der Empore Platz genommen und eröffnete seinen Part mit «Es ist ein Ros entsprungen». Unter Leitung von Roland Basler folgte mit «Aber heidschi bumbeidschi» von Gerhard Löffler so etwas wie ein Ohrwurm, ehe es mit Ludwig van Beethovens «Ode an die Freude» eher klassisch weiterging. Und sollte der sich abzeichnende Weg des Mitgliederzuwachses beim Männerchor fortsetzen, so werden wohl auch die Worte des Liedtextes «Alle Menschen werden Brüder» nicht nur an Volumen, sondern möglicherweise auch an Bedeutung gewinnen. Abschluss und Höhepunkt zugleich war «Laudate amnes Gentes». Dabei spielte der Arrangeur und Dirigent Roland Basler den Trompetenpart gleich selber und mit der Orgelunterstützung wurde der ganze Vortrag zu einem besonderen Erlebnis.

Weihnächtliche Melodien hat Roland Kernen zu einer imposanten Ouvertüre vertont. Mit dieser «A Christmas Overture» stimmte die Musikgesellschaft mit ihrem Dirigenten endgültig auf Weihnachten ein. Wie von Lukas Vogelsang zu vernehmen war, habe Rob Romeyn eine dicke Freundschaft zwischen Sankt Nikolaus und dem Schneemann in «Jingle Bells, Hallelujah!» vertont.

Nach diesem erneut überzeugenden Auftritt hat die Musikgesellschaft Wangen ihrerseits die Freundschaft mit der Bevölkerung zweifelsohne noch zu verstärken vermocht. Jedenfalls sah man beim Verlassen der Kirche, nachdem zuvor «Stille Nacht, Heilige Nacht» gemeinsam gespielt und gesungen wurde, nur, wie es drei Tage vor Weihnachten auch sein sollte, frohe und zufriedene Gesichter.