Olten

Ein Beirat wacht über die Bauprojekte im Rahmen von Olten SüdWest

Die Mitwirkung zum Gestaltungsplan Olten SüdWest ist eröffnet.

Die Mitwirkung zum Gestaltungsplan Olten SüdWest ist eröffnet.

Die Kick-off zum Mitwirkungsverfahren für Olten SüdWest ist erfolgt. Etwa 40 Personen waren bei der öffentlichen Einführung im Foyer des Stadthauses dabei.

Eine anschauliche Übersichtstafel, aktualisierte Pläne und Planungsunterlagen laden die Bevölkerung seit Dienstag im Erdgeschoss des Stadthauses zum Mitdenken rund um Olten SüdWest (OSW) ein. An der Eröffnungsveranstaltung zum Mitwirkungsverfahren legte das Planungsteam aus seiner Sicht vor rund 40 Interessierten dar, wie sich das Wohnquartier in den nächsten drei Jahrzehnten etappenweise entwickeln soll.

Der Teilzonenplan, der Gestaltungsplan und der Erschliessungsplan geben, basierend auf dem Masterplan, das Regelwerk für die künftige Nutzung vor. Die aktuelle Diskussion mündet in einen Mitwirkungs- und einen kantonalen Vorprüfungsbericht mit Korrekturhinweisen. Erst dann kommt die konkrete Projektphase mit Einsprachemöglichkeiten, wobei jedes Vorhaben zur Qualitätssicherung frühzeitig einem vom Stadtrat eingesetzten Gestaltungsbeirat unterbreitet werden muss, wie Bertram Ernst ausführte. Der Fachmann von ENF+Partner AG wies ebenfalls darauf hin, dass bei der nun geplanten differenzierten Bebauung höhere Gebäude besondere Achtsamkeit verlangten. «Zur Umsetzung braucht es gute Bauherren und Architekten.»

Personenunterführung wichtig

«Arbeiten und Einkaufen sind weniger bedeutend als im alten Gestaltungsplan», führte Landschaftsarchitekt Daniel Schneider in die städtebauliche Philosophie für das schwergewichtige Wohnquartier ein. Es soll mit vier hohen Bauten Richtung Stadt urbaner, Richtung Landschaft ländlicher daherkommen als einst gedacht. Der Belebung der Durchgangsflächen und dem Grün soll mit einer autofreien Mittelachse und fünf Parks ein grosser Wert zukommen.

Daniel Schneider betonte, dass die Personenunterführung Hammer als Verbindung zum Zentrum aus städtebaulicher Sicht eine Notwendigkeit darstelle. Neben den strengen Bebauungsregeln gewährleiste auch sie, dass keine Wohninsel oder gar ein Getto entstehe. Eine gute Fussgänger- und Veloanbindung an die Innenstadt empfiehlt sich, damit das von Alexandra Wicki (StadtRaumVerkehr) dargestellte Parkplatzvolumen und Verkehrsaufkommen in den erhofften Grenzen bleiben. Mit 6700 Fahrten pro Werktag werde in OSW immer noch viel Verkehr ausgelöst, aber doch deutlich weniger als gemäss dem alten Gestaltungsplan (9900), prognostizierte die Expertin.

In der von Vizestadtpräsident Thomas Marbet moderierten Fragerunde meldeten sich vier Personen aus dem Publikum. Dabei zeigte sich, dass auf dem unbebauten Areal weiter Zwischennutzungen möglich sind. Denkbar wäre auch ein Kultusraum im Bereich öffentliche Bauten, wobei dazu die Initiative nicht von der Stadt herkäme. Auch die Öffnung eines Bachs, der von Grundwasseraufstössen genährt würde, ist denkbar. Grundsätzliche Kritik an einzelnen Punkten der vorgestellten Planung kam keine auf.

Bachmanns können damit leben

Auch die durch Sigmund Bachmann und Sohn Florian am Kick-off-Abend vertretene Grundeigentümerin kann mit den für den überarbeiteten Gestaltungsplan geschlossenen Kompromissen leben. «Wir haben uns zwei Jahre aneinander gerieben», sagte Vater Bachmann. Dabei hätten beide Seiten Federn lassen müssen, obwohl die Vorstellungen nicht diametral, sondern nur etwa um 90 Grad verschieden seien. Sigmund Bachmann gefallen die grösseren Grünflächen und die nun vorgesehenen unterschiedlichen Bauhöhen. Die grundsätzliche Förderung des Velo- und Fussgängerverkehrs kann er begrüssen, «obwohl es in den nächsten fünf bis zehn Jahren noch einige Autos nötig sein werden, bis sich neue Technologien und Car-Sharing-Formen durchsetzen.»

Mehr Mühe bereiten dem Geschäftsführer der Terrana AG Rüschlikon, der gerne auf seine Hausarchitekten setzt, angedachte Architekturwettbewerbe. Den Gestaltungsbeirat hält er für eine gute Sache, falls dieser mit Praktikern besetzt werde. Bei einem reibungslosen Verfahren rechnet Sigmund Bachmann mit der Ausarbeitung eines neuen Projekts im Sommer 2019 und mit einem nächsten Spatenstich in OSW im Frühling 2020.

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