Gunzgen

«Dieses Urteil ist ein absoluter Skandal»

Viehhändler und Pfirsichanbauer Heinrich "Heiri" Hummel hat eine saftige Busse eingefangen.

Viehhändler und Pfirsichanbauer Heinrich "Heiri" Hummel hat eine saftige Busse eingefangen.

Der 71-jährige Heinrich Hummel aus Gunzgen ist vom Amtsgericht Thal-Gäu zu einer Strafe von 5700 Franken verurteilt worden.

Wegen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, Hinderung einer Amtshandlung, Beschimpfung und wegen eines Verstosses gegen das Gesetz über die Bekämpfung von Tierseuchen ist Heinrich Hummel aus Gunzgen vom Amtsgericht Thal-Gäu zu einer Strafe von 5700 Franken verurteilt worden. Dies berichtet die Zeitung Blick in ihrer Dienstagsausgabe.

Begonnen hatte das Unglück für den Senior im Mai 2017, als er bei einer Polizeikontrolle sein Gefährt nicht subito gestoppt und sich in der Folge auch renitent gegen die Polizeikräfte gewehrt haben soll. «Ich habe das Polizeifahrzeug wegen des Anhängers gar nicht bemerkt», so Hummel gegenüber dieser Zeitung. Und: «Ich hätte auch gar keinen Grund gehabt, nicht anzuhalten auf die polizeiliche Aufforderung.» Vor Gericht hielt man dem Senior auch vor, den einen Polizisten als «Schnuderbueb» bezeichnet zu haben. «Stimmt nicht», entgegnet Hummel heute. Er habe auf Aufforderung hin, den Fahrausweis zu zeigen, gesagt, es seien in der heutigen Zeit eben gar viel Schnuderbuebe unterwegs. «Den Polizisten habe ich nie als Schnuderbueb bezeichnet.» Die Polizisten dagegen sagten vor Gericht, sie hätten keine andere Möglichkeit mehr gesehen als den Mann in Handschellen zu legen. Den Strafbefehl vom Juni 2017 hatte Hummel nicht akzeptiert. Er sah und sieht sich bis heute absolut im Recht und bezeichnet das Urteil in dieser Angelegenheit als «absoluten Skandal».

Im Jahr darauf wird der Senior erneut straffällig. Aber er bekennt: «Ich weiss, dass ich nicht richtig gehandelt habe.» Was war passiert? Nachdem er Anfang Jahr eine Kuh beim Schlachthof Oensingen abgeladen hatte, versäumte er die korrekte Reinigung des Viehtransportes. Statt des ganzen Bodens reinigte Hummel bloss jenen Teil, in welchem die Kuh ihr Geschäft verrichtet hatte. «Ich gebe zu, dass dies nicht korrekt war. Aber ich habe die Reinigung des ganzen Transporters als für nicht verhältnismässig empfunden», so Hummel. Der Senior argumentiert, das sei Wasserverschwendung. «Jetzt, wo man im Zeichen des Klimawandels immer vom knapp werdenden Wasser redet», schiebt er hinterher.

Item: Hummel wäre mit einer Busse absolut einverstanden gewesen. «So zwei-, dreihundert Franken hätte ich akzeptiert. Aber 1200 Franken, das ist die reinste Abzockerei», urteilt er. Vergebens: Das Gericht kam zu einem andern Schluss und brummte ihm summa summarum für die Vergehen im Mai 2017 und Januar 2018 eine Geldstrafe von 5700 Franken auf. «In keinem einzigen Punkt hat mir das Gericht geglaubt», beschwert er sich. «Wissen Sie, recht haben und Recht bekommen, das sind zweierlei Paar Schuhe.» Jetzt überlegt sich der 71-Jährige, ob er den Fall ans Obergericht weiterziehen soll. «Ich glaube schon, dass ich’s tun werde», sinniert er dann und wendet sich seiner Pfirsichanlage zu. «Wenn’s keinen Frost mehr gibt, dann kommen die super», sagt er.

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