Finanzierung

Die Turnhallen-Frage lässt den Oltner Bürgerlichen keine Ruhe

In Olten ist eine Dreifachturnhalle geplant. (Symbolbild)

In Olten ist eine Dreifachturnhalle geplant. (Symbolbild)

Zwei Parlamentarier wollen zur Finanzierung einer neuen Dreifach-Turnhalle wissen, warum der Oltner Stadtrat Hallen auf Reserve bauen will.

Warum will der Stadtrat eine Dreifach-Turnhalle erstellen und damit zwei Turnhallen auf Reserve bauen? Eine Interpellation von Philippe Ruf (SVP) und Urs Knapp (FDP) aus dem Oltner Gemeindeparlament will diese Frage vom Stadtrat geklärt sehen. Denn die beiden Parteivertreter argumentieren, würde die Dreifach-Turnhalle im Kleinholz vor allem gestützt auf die Bedürfnisse der Vereine am Abend notwendig. Deshalb fragen beide auch grundsätzlich nach der Finanzierung der Dreifach-Turnhalle und wie die nicht schulbedingten Mehrkosten mindestens teilweise über erhobene Gebühren verursachergerecht abzudecken sind.

Antwort: «Die Finanzierung von Investitionen in die Schul- und Vereinssportinfrastruktur des Schulhauses Kleinholz erfolgt im Rahmen der ordentlichen Finanzierung des Schulbetriebs über den Steuerhaushalt», so der Stadtrat. Für die Vermietung städtischer Infrastruktur bestehe ein Gebührenreglement, schreibt Stadträtin Iris Schelbert weiter. Und: «Aufgrund des Neubaus Kleinholz sind keine Anpassungen an diesem Reglement geplant.» Aber: Das Reglement unterstehe der Kompetenz des Gemeindeparlamentes und könne durch dieses jederzeit an neue Gegebenheiten angepasst werden.

In ihrer Antwort erklärt die Stadträtin auch, mit einer entsprechenden Aufwertung (baulichen Anpassungen) der Stadthalle könne auf den Bau einer neuen Halle rein theoretisch verzichtet werden, da mit dieser «die Bedürfnisse des Schulsports quantitativ abgedeckt werden könnten». Allerdings verweist Schelbert auf den Umstand, dass mit der Umnutzung einer der grössten Eventhallen des Kantons viele Möglichkeiten dahinfielen, die Halle anderweitig zu nutzen. Im letzten Jahr waren gemäss Antwort 94 Einzelbelegungen gebucht worden. Davon zählten 16 Anlässe mehr als 500 Besuchende. Schon heute würden grosse Veranstaltungen mit ihren jeweiligen Auf- und Abbauarbeiten den Schulsport während der Wochentage beeinträchtigen, so die Stadträtin weiter. Die Wahrscheinlichkeit sei gross, dass durch die Umnutzung der Stadthalle zur Schulsporthalle der Eventbetrieb eingestellt werden müsste.

Im Übrigen rechtfertigt Iris Schelbert den Bau von mindestens einer Doppelturnhalle. «Bei einer geplanten Betriebsgrösse von 16 Klassen mit je 3 Turnlektionen ergibt sich ein Bedarf von 48 Lektionen pro Woche.» Das Schulhaus im Kleinholz sei so projektiert, dass darin 24 Klassen aufgenommen werden könnten. Der Umstand, dass sich der Standort Kleinholz in einem Entwicklungsgebiet Oltens befinde, rechtfertige diese Ausbauoption. «Bei einem solchen Ausbau müssten 72 Lektionen, drei Turnhallen, eingeplant werden», so Schelbert.

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