Olten

Die Sperrung der Von-Roll-Strasse sorgt für rote Köpfe – und für erste Massnahmen der Stadt

Die Zufahrt zur Autoeinstellhalle (Einmündung in der Mitte der Von-Roll-Strasse links) muss in drei Wochen möglich sein.

Die Zufahrt zur Autoeinstellhalle (Einmündung in der Mitte der Von-Roll-Strasse links) muss in drei Wochen möglich sein.

Wer derzeit in Olten mit dem Auto unterwegs ist, muss viel Geduld aufbringen. Besonders wegen der gesperrten Von-Roll-Strasse beim Aarepark gibts Mehrverkehr auf der Neuhardstrasse. Doch die Verantwortlichen der Stadt und des Busbetriebs Olten Gösgen Gäu haben bereits reagiert.

Die Stadt Olten scheint in diesem Sommer bei den Baustellen kein besonders gutes Händchen zu haben: Bei der Ziegelfeldstrasse wurde der Stadt vorgeworfen, die Strasse werde mit dem neuen Mittelstreifen «vergoldet»; vor der Vario Bar wurde ausgerechnet während der Hochsaison der Strassenbelag erneuert.

Erneut sorgt nun eine Baustelle für rote Köpfe in der Stadt: Vergangenen Mittwoch wurde der Abschnitt der Von-Roll-Strasse beim neuen Aarepark bis Mitte November vollständig gesperrt. Für Autos und Velos gibts keine signalisierten Umleitungen. Vor allem zu Stosszeiten ist nun die Neuhardstrasse mehrbelastet, was zu einer längeren Verkehrskolonne führt.

In den sozialen Medien gibt es bereits verärgerte Reaktionen. Überrascht über die plötzliche Sperrung der Von-Roll-Strasse war auch Quartierbewohnerin Beatrice Schaffner: «Die Baudirektion hat anscheinend vergessen, dass Leute in dieser Stadt wohnen», kritisiert die Grünliberale-Gemeinderätin. Der Weg von Fachhochschule und Sälipark zur Unterführungsstrasse ist nun gesperrt: Dürfe sie nun mit dem Velo durch die Winkelunterführung fahren?, stellt sie eine nicht ganz ernst gemeinte Frage.

Die lange Sperrung ebenfalls nicht verstehen kann Ex-FDP-Gemeindeparlamentarier Stefan Nünlist: Ein paar Tage eine Strasse zuzumachen sei in Ordnung, aber nicht für fast drei Monate. «Es muss schnell eine Lösung her, die zumutbar ist», fordert der Kommunikationschef der Swisscom.

Die Stadt hat bereits reagiert

Die Stadt ist sich des Problems durchaus bewusst. Um den Mehrverkehr an der Neuhardstrasse schneller abfliessen zu lassen, wurde die Grünphase der Ampel bei der Einmündung zur Unterführungsstrasse bereits um zehn Sekunden verlängert. Sollte das in Stosszeiten nicht reichen, wird ein Verkehrsdienst in Erwägung gezogen, wie Markus Büttiker von der Baudirektion ausführt. Dass keine Umleitungen signalisiert sind, hat laut Büttiker damit zu tun, dass Autos vor der gesperrten Von-Roll-Strasse vom Sälipark herkommend gar nicht anders fahren können als Richtung Tannwaldstrasse.

Die Von-Roll-Strasse beim Aarepark nur teilweise zu sperren, war allerdings keine Option. «Sonst hätten wir hier nächstes Jahr immer noch eine Baustelle», sagt Büttiker, der von der Stadt als Vertreter in der Bauleitung Einsitz nimmt. Und Baudirektor Thomas Marbet ergänzt: «Eine Vollsperrung ist die sicherste und günstigste Variante.»

Zudem steht die Bauleitung unter Zeitdruck: Bereits in drei Wochen werden die ersten Mieter in den Aarepark einziehen. Die Einfahrt zur Einstellhalle führt über die nun gesperrte Von-Roll-Strasse. Bis dahin muss also bereits ein Teil der Strassensanierungen fertig sein, damit die Zufahrt in die Einstellhalle gewährleistet ist – notfalls über ein Provisorium.

Der Zeitdruck ist auch der Grund, wieso die Publikation der Verkehrsbeschränkung erst diesen Donnerstag im «Stadtanzeiger» erfolgte, die Totalsperrung aber bereits am Mittwoch vorgenommen wurde. «Das ist nicht üblich», sagt Büttiker, wohlwissend, dass nun sogar noch Beschwerden beim kantonalen Amt für Verkehr und Tiefbau eingehen könnten –
allerdings ohne aufschiebende Wirkung.

Auch die Buslinie 503 Richtung Bahnhof wird über die Tannwald- und Neuhardstrasse umgeleitet und fährt so Verspätungen ein. Der Busbetrieb Olten Gösgen Gäu (BOGG) hat auf erste Reklamationen bereits nach wenigen Kursen reagiert: Die Pendler dürfen an der Ecke Tannwaldstrasse/Martin-Disteli-Strasse aussteigen, damit diese ihre Züge rechtzeitig erwischen. Eine provisorische Haltestelle wird dort aber nicht aufgestellt, sagt Valentin Gschwend von der BOGG. Informiert würden die Pendler direkt im Bus durch den Chauffeur. Der Bus fährt dann weiter Richtung Bahnhofsplatz.

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