Am Mittwochabend hat die städtische SP an einer ausserordentlichen Generalversammlung im Restaurant Palmaares in der Badi Olten ihre neue Geschäftsleitung bestellt. Die neue Präsidentin heisst Caroline Wernli und übernimmt das Amt vom Interimspräsidenten Ruedi Moor. Die 55-Jährige ist in der städtischen Politik kein unbekanntes Gesicht: Sie sass jahrelang im Gemeindeparlament, zum Teil als Fraktionschefin, und war auch Mitglied des Kantonsrats. Sie habe nicht mit dem Amt geliebäugelt, sagt sie im untenstehenden Interview, sondern sei von der Geschäftsleitung angefragt worden. Wernli wurde gestern in Abwesenheit zur Präsidentin gewählt, sie weilte noch in den Ferien.

Die Partei sei unter Zeitdruck gewesen, eine Nachfolge für ihn zu finden, sagt der bisherige Interimspräsident Ruedi Moor. Es sei nämlich nicht ideal, wenn er als neuer Parlamentspräsident auch noch Parteipräsident sei. Auch den Fraktionsvorsitz hat er abgegeben. Neu übernimmt das Amt Christine von Arx. Weiterhin vakant ist hingegen das Vizepräsidium.

Die Geschäftsleitung der SP sieht nun wie folgt aus: Caroline Wernli (neu, Präsidentin); Caroline Bläsi (Mitgliederwerbung, Gratulationen); Simon Gomm (Vertretung Junge SP, MIO, Konzepte); Hansjörg Haas (Aktionen, Parteistrukturen, Schaufenster); Kathrin Joho (Finanzen, Facebook-Auftritt); Gökhan Karabas (neu, Mitgliederwerbung, Anlässe); Peter Moor (neu, Aktuariat, Pressemitteilungen, Homepage); Ruedi Moor (MIO, Inhalte Facebook, Kontakt zu Junger SP) sowie von Amtes wegen Thomas Marbet (Stadtrat, Gratulationen, Schaufenster), Marion Rauber (Stadträtin) und Christine von Arx (neu, Fraktionspräsidentin).

Interview mit Caroline Wernli

Diese Zeitung hat der neuen Präsidentin drei Fragen gestellt, die sie schriftlich per E-Mail beantwortete.

Frau Wernli, Sie waren schon Kantons- und Gemeinderätin. Nun übernehmen Sie das Präsidium der Oltner SP. Was ist Ihre Motivation?

Caroline Wernli: Ich wurde für dieses Engagement von Geschäftsleitungs-Mitgliedern angefragt, ohne dass ich vorher mit diesem Amt geliebäugelt hätte. Die Motivation sind die Wahl von Marion Rauber als neue Stadträtin, der Erfolg der Jungen SP sowie auch der Erfolg von «Olten jetzt!». Das geht für Olten in die richtige Richtung und stimmt mich optimistischer als auch schon.

Sie sind ebenfalls eine Präsidentin, die wie einige Ihrer Vorgänger derzeit nicht im Gemeindeparlament sitzt. Fehlen da nicht die Vernetzung und der Informationsfluss?

Nein. Die Abläufe sind mir bekannt. Die Vernetzung kann, wo nicht mehr vorhanden, wieder aufgebaut werden. Der Informationsfluss wird dank der heutigen Medien und einem guten Austausch innerhalb der Geschäftsleitung mit der Fraktion und der Basis sichergestellt.

Die SP konnte ihren zweiten Sitz bei den Stadtratswahlen halten, die Fraktion verlor aber bei den Gemeinderatswahlen trotz Sitzgewinnen der Jungen zwei Mandate. Wie soll sich die SP in der Stadt künftig aufstellen, dass sie beim Stimmbürger besser ankommt?

Hinhören, präsent, transparent, verständlich und integer sein. Dies ist die Arbeit vieler und nicht einer einzigen Person.