Die Tage des Restaurants Rose sind gezählt: vor kurzem sind die Bauarbeiten zur gleichnamigen Wohnüberbauung aufgenommen worden. Bereits im Oktober 2017 hatte die örtliche Baukommission den Einsprechern, die sich gegen einen Abriss der Gaststätte gewehrt hatten, nicht stattgegeben.

Zwar stand die Gebäulichkeit in der Ortsbildschutzzone, dies allein hatte jedoch keine bindende Folge für den Erhalt der «Rose». Denn was in der Ortsbildschutzzone steht, hat noch keinen Anspruch auf Erhalt. «Die Abbruchbewilligung für das einstige Restaurant ist erteilt», sagt Kappels Bauverwalter Lukas Matter auf Anfrage.

Veraltet, energetisch miserabel

Im Juli 2017 hatte Anita Bucher, die Enkelin der letzten «Rose»-Wirtin Trudy Bloch, dieser Zeitung erklärt, weshalb ein Erhalt der Liegenschaft nicht infrage komme. «Die ‹Rose› sieht zwar nach aussen gut aus», aber eine Wiederinbetriebnahme und eine Etablierung des Restaurants würden mit sehr hohen Investitionskosten verbunden sein. Ebenso problematisch sei auch eine Umnutzung: ungünstige Raumaufteilung und ein, gemessen an heutigen Massstäben, veraltetes Mauerwerk. «Damit ist das Gebäude in seiner heutigen Form eine Energieschleuder», sagte sie damals.

Nun wird das einstmals populäre Restaurant nach letzten Entsorgungsarbeiten (Asbest) noch in diesen Tagen dem Erdboden gleichgemacht. Auf Anfrage sagt Urs Bucher vom Architekturbüro Bucher & Kehl AG in Lenzburg, welches für die Überbauung zuständig ist: «Bis in drei Wochen wird das Gebäude komplett verschwunden sein.»

Zwei Baukörper entstehen

In den kommenden Monaten entstehen auf dem Rosen-Gelände mit einer Fläche von rund 5500 m2 entlang der Mittelgäustrasse zwei Baukörper mit insgesamt 22 Mietwohnungen und einem Gewerberaum. Anstelle der einstigen "Rose" entsteht ein Gebäudekomplex mit Satteldach, einem im Parterre gelegenen Gewerberaum mit einer Nutzfläche von 215 m2 und acht Wohneinheiten. Die Wohnungen umfassen zweieinhalb bis fünfeinhalb Zimmer. Das Ersatzobjekt der «Rose» nimmt so Elemente des alten Baus auf: ein Sockelgeschoss, Sprossenfenster, eine offene Holzfassade. Unterirdisch ist der Komplex West mit dem Komplex Ost durch eine Tiefgarage mit 24 Abstellplätzen verbunden.

Im Ostbereich der Liegenschaft, wo sich bis vor wenigen Tagen noch eine grüne Wiese fand, entstehen die anderen 14 Wohnungen mit einem vier Wohnungen umfassenden Attikageschoss. Diese Baute wird mit einem Flachdach versehen.