Olten

«Die perfekte Form gibts nicht»: Sportlerehrung steht vor Neuerung

Die Sportstadt Olten wird vor allem über den EHC Olten definiert. Doch das Feld der zu ehrenden Sporttreibenden ist viel weiter gefasst.

Die Sportstadt Olten wird vor allem über den EHC Olten definiert. Doch das Feld der zu ehrenden Sporttreibenden ist viel weiter gefasst.

Niemand weiss mehr so genau, wann die Praxis der Sportlerehrung in Olten einsetzte. Aber mit grosser Wahrscheinlichkeit erfährt die bisherige Praxis ab kommendem Jahr eine Änderung. Neu sollen eigentliche Kategoriensieger hervorgehoben werden.

Es gibt an der alljährlichen Sportlerehrung in Olten jeweils Gesichter, die erinnern eher an Evergreens denn an Überraschungen. Unter den Preisträgerinnen und Preisträgern finden sich nämlich jeweils solche, die in regelmässigen Abständen zum Zug kommen, teilweise gar im Jahresrhythmus. Das wird auch am 4. Dezember so sein, wenn die Stadt ihre verdienstvollen Werfer, Läufer, Funktionäre oder Teams hochleben lässt.

«Dieser Umstand wird von der Politik und von Aussenstehenden teilweise auch kritisiert», hält Jan Rechsteiner von der zuständigen Direktion Bildung und Sport fest. Aber der Leiter Dienste erklärt auch: «Die geehrten Frauen und Männer erachten die Ehrung als Zeichen der Wertschätzung; aus deren Kreisen ist meines Wissens diesbezüglich noch nie eine negative Bemerkung gefallen.» Zudem würden sie alle die Richtlinien zur Vergabe erfüllen.

Derselben Meinung ist man auch in Grenchen, wo gewisse Sportlerinnen und Sportler ebenfalls in regelmässigen Abständen gewürdigt werden. «Das liegt doch in der Natur der Sache», erklärt Grenchens Stadtschreiberin Luzia Meister. Das seien drei, vier Personen, die regelmässig geehrt würden. «Wir machen eine Veranstaltung im niederschwelligen Rahmen, sind eher dem Breitensport verpflichtet», so Meister weiter und präzisiert: «An den Ehrungen freuen sich vor allem Jugendliche und Teamspieler.»

Dennoch will man in Grenchen den Turnus der Veranstaltung überdenken und allenfalls den Zweijahresrhythmus anpeilen. Wie in Olten liegt die Zahl der Geehrten in der Uhrenstadt jeweils zwischen 50 und 80 Personen. «Die Zahl ist mehrheitlich abhängig von der Anzahl Mannschaften, die ausgezeichnet werden», sagt Rechsteiner. Der Idee mit dem Zweijahresturnus kann er wenig abgewinnen. «Damit verliert die Veranstaltung doch sehr an Aktualität.»

Retuschen vorgesehen

Aber Rechsteiner weiss auch: «Die perfekte Form solcher Ehrungen gibts nicht.» Vielleicht deshalb stellt er fürs kommende Jahr gewisse Änderungen in Aussicht. Zusammen mit der IG Sport Olten will die Direktion Bildung und Sport gewisse Retuschen vornehmen und die Richtlinien anpassen. «So wie es aussieht, sollen ab 2018 Kategoriensieger hervorgehoben werden. Das gibt der Veranstaltung auch eine gewisse Aufwertung und Dramaturgie», sagt Rechsteiner. Der Mann der städtischen Direktion Bildung und Sport könnte sich auch eine klassische Jurierung von Nominationen vorstellen, so wie dies im Raum Langenthal geschieht.

Während in Olten die Direktion Bildung und Sport bisher von der Sportkommission in Auszeichnungsfragen beraten wurde, übernimmt der dortige Donnerstag Club Oberaargau das ganze Paket: Anmeldungen und Auszeichnungen, darüber hinaus auch die Jurierung der von den Vereinen nominierten oder anderweitig gemeldeten Sportlerinnen und Sportlern. Die Stadt Langenthal unterstützt die überregionale Preisvergabe lediglich finanziell. «Die Jurierung bedeutet einen sehr grossen Aufwand», sagt Remo Rudiger, Präsident des Klubs.

Ausgezeichnet werden die fünf besten Einzelsportlerinnen und -sportler unter beziehungsweise über 20 Jahren, fünf Teams, der Verein des Jahres, der Pechvogel sowie Persönlichkeiten. Zelebriert wird die Ernennung, die seit 36 Jahren vorgenommen wird, heuer so wie letztes Jahr im Parkhotel Langenthal. Vergeben werden dabei Barpreise im Gesamtwert von rund 25 000, in Olten 5000 bis 6000 Franken. «Der Saal ist jeweils proppenvoll», sagt Rudiger. 320 Gäste sind gratis dabei. So sieht man im Donnerstag Club Oberaargau keinen Bedarf, das Regelwerk oder die Praxis der Preisvergabe zu ändern. «Die Gala findet regionales Echo», so Rudiger.

Schritt hin zum 1. August

In Zofingen macht man aufs kommende Jahr den Schritt weg von der überregionalen hin zur lokalen Preisverleihung. Während zehn Jahren hatte man die Sportstars Region Zofingen ausgetragen. «Jeweils ein toller Anlass», wie Sabine Schärer von der Sportkommission erklärt. Nun sei der Zeitpunkt gekommen, eine andere Form zu praktizieren, nachdem bei den zuständigen Stellen doch der Eindruck entstanden sei, das Interesse an der Gala flache ab und die Zahl der Meldungen aus den Sportvereinen sei nicht mehr befriedigend hoch.

Jetzt verabschiedet man sich von den rund 180 Gästen, die an der Gala jeweils teilnahmen und wendet sich dem 1. August zu. Dort sollen künftig ausschliesslich Sportlerinnen und Sportler aus Zofingen geehrt werden. Und nur solche, die auf nationalem Parkett Spitzenleistungen erbracht haben.

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