Olten

Die Musikschule räumt einen nationalen Preis ab

Schülerinnen und Schüller von Lehrerin Anna Wittmer beim Klavierensemblespiel an einem Tag des Projekts Offener Musikschule.

Schülerinnen und Schüller von Lehrerin Anna Wittmer beim Klavierensemblespiel an einem Tag des Projekts Offener Musikschule.

Die Oltner Institution holt mit der Idee der Offenen Musikschule den Publikumspreis am Forum Musikalische Bildung. Darum geht es bei diesem Projekt.

«Die Auszeichnung als solche ist sehr wertvoll und bestätigt unseren Weg», sagt Sandra Rupp Fischer auf Anfrage. Die Leiterin der Musikschule Olten konnte Mitte Januar den Publikumspreis des diesjährigen Kongresses Forum Musikalische Bildung für das Projekt Offene Musikschule in Empfang nehmen. Der Preis ist mit 1000 Franken dotiert. Neun durch eine Jury vorselektierte Projekte standen dem Publikum zur Auswahl.

Beim ausgezeichneten Projekt wird den Schülerinnen und Schülern mehr Raum und Zeit für individuelles Lernen, Experimentieren und Zusammenspielen zur Verfügung gestellt, wie es in der Mitteilung vom Dienstag heisst. Es ist als Ergänzung zum bisherigen Einzel-, Gruppen- und Ensembleunterricht gedacht und «bietet eine umfassende Förderung von unterschiedlichen Kompetenzen, welche im Regelunterricht nicht vollumfänglich abgedeckt werden können», steht in der Mitteilung weiter.

Von links: Dominique Gisler, Patrick Bisang, Regula Anderes, Werner Horisberger und Sandra Rupp Fischer engagieren sich für die Offene Musikschule.

Von links: Dominique Gisler, Patrick Bisang, Regula Anderes, Werner Horisberger und Sandra Rupp Fischer engagieren sich für die Offene Musikschule.

Wie funktioniert das Projekt? Bei der Offenen Musikschule findet der Unterricht anstelle einer Einzellektion während eines ganzen Tages statt. Dies zwei- bis sechsmal pro Schuljahr vor allem am Freitag oder Samstag, weil dann genügend Räume zur Verfügung stehen und es zu keinen respektive weniger Überschneidungen mit den regulär besetzten Unterrichtszimmern der Musikschule oder dem Lehrplan der Volksschule kommt. Die Schülerinnen und Schüler halten sich dadurch mehrere Stunden an der Musikschule auf und können so vielseitige Möglichkeiten in mehreren Räumen nutzen.

Wie eine Auswertung gezeigt hat, sind die Kinder und Jugendlichen bis zu 7 Stunden vor Ort. Durchschnittlich waren es im Pilotjahr 2,75 Stunden pro Projekttag. In den Unterrichtszimmern wird musiziert, zudem Musiktheorie, Musikgeschichte oder Rhythmuslehre vermittelt. Es gibt aber auch die Möglichkeit zu erfahren, wie bei einer Gitarre neue Saiten aufgezogen werden; in einer Gruppe wird das Blattspiel geübt oder fortgeschrittenen Schülerinnen und Schüler unterstützen andere bei musikalischen oder technischen Herausforderungen. Derzeit bieten 8 von insgesamt 39 Lehrpersonen solche Projekttage an, die dann die ganze Zeit als Coach vor Ort sind.

Offene Musikschule ist kein Muss für Lehrer

Die Rückmeldungen sind gemäss Rupp Fischer bei Schülern, Lehrern und Eltern sehr positiv, wie eine Auswertung des Pilotprojekts im Schuljahr 2018/19 zeigt. Aus diesem Grund hat die städtische Direktion Bildung und Sport im August 2019 auch entschieden, die Offene Musikschule «in den Regelbetrieb zu überführen», wie es in der Mitteilung heisst. Das Projekt ist für die Lehrpersonen freiwillig, sagt Rupp Fischer. Es gebe derzeit auch keine Absicht, dieses für alle Musikschüler obligatorisch zu erklären.

Der Kongress Forum Musikalische Bildung findet alle zwei Jahre in Baden AG statt und ist eine Diskussions- und Informationsplattform, die sich mit der Weiterentwicklung der musikalischen Bildung in der Schweiz auseinandersetzt. Organisiert wird die Veranstaltung durch den Verband Musikschulen Schweiz. Die Preisvergabe fand unter Anwesenheit der Lehrpersonen Regula Anderes, Rilijeanne Campbell, Werner Horisberger, Anna Wittmer, Roman Wyss, der Schulleiterin Sandra Rupp Fischer und der Bildungsdirektorin Iris Schelbert statt.

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