Olten

Die Kantonspolizei bleibt ihren Segways treu — auch wenn deren Produktion eingestellt wurde

Die Kantonspolizei in Olten probehalber auf den Segways unterwegs; das war im Mai 2016.

Die Kantonspolizei in Olten probehalber auf den Segways unterwegs; das war im Mai 2016.

Vor drei Jahren schaffte die Kantonspolizei Solothurn Segways an. Obwohl der Hersteller die Produktion des eins als futuristisch angepriesenen Stehroller eingestellt hat, verrichten «Einmannstehendroller» bei der Polizei dennoch sinnvolle Dienste.

Statt einer Revolution im städtischen Individualverkehr ein weltweiter Flop: So lässt sich die Geschichte dieser Stange auf Rädern zusammenfassen. Die Rede ist von den Segways. Einst mit viel Vorschusslorbeeren an den Start gegangen, haben sie es nicht geschafft, sich dauerhaft im Stadtbild durchzusetzen. Und wenn, dann in skurrilen Situationen: Das Fortbewegungsmittel wurde eher mit Scharen gehfauler Touristen, die unbeholfen auf ihren Stehrollern Grossstädten erkundeten, assoziiert. Schliesslich bildeten Touristen, zusammen mit «bürgernahen» Polizisten und interne Sicherheitskräften von Einkaufszentren die einzige Nutzergruppe. Anlass dazu war die Ankündigung der chinesische Firma Ninebot, dass sie die Produktion der Segways einstellen werde.

Segways verrichten weiterhin ihren Dienst

Die beiden Segways, welche die Kantonspolizei Solothurn 2017 definitiv angeschafft hatte, sollen aber weiterhin zum Einsatz kommen: «Die Segways befinden sich nach wie vor in einem einwandfreien Zustand und werden demzufolge auch weiterhin eingesetzt», sagt Bruno Gribi, stellvertretender Medienchef der Kantonspolizei auf Anfrage.

Nach bald drei Jahren stellt sich die Frage, wo die Segways denn überhaupt zum Einsatz kommen: «Die Segways werden mehrheitlich in der Stadt Olten eingesetzt. Sie eignen sich zum Beispiel hervorragend für polizeiliche Aufgaben in der Innenstadt oder in den Quartieren sowie für die Kontaktpflege mit den Bürgerinnen und Bürger», lautet die Antwort der Polizei. Konkret heisst das: Polizisten patroullieren auf Segways in der Innenstadt oder in den Quartieren und suchen dort das Gespräch mit Anwohnerinnen und Anwohnern. So erfahren sie, wo allenfalls «der Schuh drückt» und welche Bedürfnisse und Anliegen die Leute haben. Wie oft dies vorkommt? «Sporadisch, situativ und aus nachvollziehbaren Gründen vorwiegend während den Frühlings- und Sommermonaten», so die polizeiliche Antwort weiter. Denn in der warmen Jahreszeit sind die Menschen mehr draussen anzutreffen. Die Segways würde jedoch nicht nur in Olten eingesetzt, sondern auch bei anderen Gelegenheiten, zum Beispiel bei Kontrollen im Bereich der Witi-Schutzzone zwischen Solothurn und Grenchen oder an den autofreien Tagen «SlowUp», die ebenfalls im oberen Kantonsteil zelebriert werden.

Auch unbeantwortete Fragen bleiben zurück

Die Frage nach dem Kosten der beiden Segways blieb unbeantwortet. Dabei erschien die Frage nicht unwichtig, zumal einer aus der OT-Leserschaft schon bei den damaligen Probefahrten im Mai 2016 auf den Umstand hinwies, dass bereits die Stadtpolizei Olten in ihrer langen Geschichte mehrere Fahrzeuge angeschafft habe. Diese Fahrräder und Motorroller hätten, wie er sich ausdrückte, «ohne viele Einsätze in der Einstellhalle des Stadthauses ein tristes Ende gefunden». Der Leser jedenfalls wünschte der Kantonspolizei mit ihren neuen Segways diesbezüglich mehr Erfolg und auch ein «unfallfreies Fahren».

Eine Ersatzlösung ist noch nicht angedacht

Die Polizei Kanton Solothurn gibt ihrerseits zu verstehen, dass sich der Einsatz der Segways aus ihrer Sicht in den letzten Jahren sehr bewährt habe. Und dass sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht nach einer allfälligen Ersatzlösung sucht, sollten die Segways mal nicht mehr reibungslos funktionieren.

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