Olten

Die Berufsinfo-Messe ist eröffnet – sie ist ein Mittel gegen den Lehrlingsmangel

An der 9. Berufsinfo-Messe in der Stadthalle gibt es so viele Aussteller wie noch nie – das erhoffen sie sich von der dreitägigen Veranstaltung.

Die Zeiten für die Berufslehre waren auch schon besser: Viele Lehrstellen bleiben unbesetzt und immer mehr Eltern sehen ihre Kinder lieber am Gymnasium als in einem Lehrbetrieb. Doch genau dagegen kämpft Christine Davatz-Höchner mit mehreren Mitteln an. Eines davon sind die Berufsmessen. Dort werden den Jugendlichen die unterschiedlichen Berufsbilder und Weiterbildungsangebote präsentiert. Wie an der Berufsinfo-Messe, welche die Vizedirektorin des Schweizerischen Gewerbeverbandes am Montagabend in der Oltner Stadthalle eröffnete.

In ihrem Referat erinnerte sie daran, dass die berufliche Grundbildung mit der akademischen seit 2006 in der Bundesverfassung gleichgestellt ist. Und das lebt sie auch privat vor: Davatz-Höchner ging zwar selbst ans Gymnasium, ihre beiden Kinder absolvierten hingegen eine Berufslehre als Konstrukteurin und Schreiner. «Darauf bin ich stolz.» Doch sie hielt nicht nur eine Lobeshymne auf die Lehre. Sondern auch auf die höhere Berufsbildung, bei denen die Absolventen eidgenössische Fachausweise oder Diplome erwerben, um ein eigenes Geschäft zu führen oder um ihre Fähigkeiten zu vertiefen. «Die höhere Berufsbildung ist unsere Kaderschmiede», sagte Davatz-Höchner und gab den Jungen einen Tipp mit auf den Weg: «Neigung und Eignung sind entscheidend bei der Berufswahl.» Und nicht etwa Kriterien wie das Geschlecht oder die Aussicht auf einen guten Lohn.

Rund 7000 Besucher erwartet Messeleiter Urs Blaser bei der neunten Ausgabe, davon rund 5000 Schülerinnen und Schüler, dem Hauptzielpublikum. Doch mehr und mehr sollen auch Eltern und Lehrer zum Gang in die Stadthalle bewegt werden. Daher gibt es in diesem Jahr am Mittwochnachmittag diverse Veranstaltungen, bei denen explizit nicht nur Schulklassen angesprochen sind.

Die Berufsinfo-Messe kommt auch bei den Ausstellern gut an: Mit 72 Ständen weist die diesjährige Ausgabe so viele wie noch nie auf. «Das Bewusstsein bei den Firmen und Verbänden steigt, dass das eigene Berufsbild vermarktet werden muss», sagt der ehemalige Wirtschaftsförderer der Region Olten, der bereits die zehnte Auflage in zwei Jahren plant.

Und was erhoffen sich die Aussteller selbst? Für Markus Pfister, Leiter der Lehrwerkstatt bei der R. Nussbaum AG in Olten, ist wichtig, dass sich die Firma präsentieren kann. Man wolle so Werbung für die internen Schülernachmittage betreiben, mithilfe derer ein Teil der neuen Lehrlinge rekrutiert werde. Auch Geschäftsführer Thomas Vogt von der Vogt Verbindungstechnik AG aus Lostorf möchte Kontakte mit Schulabgängern knüpfen. Einige davon werden später in die Firma zum näheren Kennenlernen eingeladen. In früheren Jahren hätte sich daraus aber bisher kein Lehrlingsverhältnis ergeben.

Öffnungszeiten der Berufsinfo-Messe:
Dienstag, 4. September, 8 bis 18 Uhr
Mittwoch, 5. September, 8 bis 20 Uhr
Donnerstag, 6. September, 8 bis 17 Uhr

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