Olten SüdWest

Der Rötzmatttunnel ist für den Stadtrat keine Alternative für den Langsamverkehr

Die Kreuzung vor dem Rötzmatttunnel ist zu Spitzenzeiten heute schon überlastet und würde mit einer einspurigen Verkehrsführung im Tunnel rund 40 Prozent der Kapazität verlieren.

Die Kreuzung vor dem Rötzmatttunnel ist zu Spitzenzeiten heute schon überlastet und würde mit einer einspurigen Verkehrsführung im Tunnel rund 40 Prozent der Kapazität verlieren.

Der Oltner Stadtrat will keine Vorschläge machen für eine fussgänger- und velofreundlichere Verbindung ins neue Quartier Olten SüdWest.

Es wäre eine kostengünstigere Alternativlösung gewesen anstelle der Stadtteilverbindung Hammer, die bisher keine Mehrheit im Gemeindeparlament gefunden hat: Der heute fraktionslos politisierende Ernst Eggmann reichte noch als SVP-Mitglied einen Vorstoss ein, mit dem der Rötzmatttunnel fussgänger- und velofreundlicher hätte werden sollen. Das Postulat fand im Gemeindeparlament vor zweieinhalb Jahren eine klare Zweidrittelmehrheit. Der Stadtrat sollte prüfen, wie der Rötzmatttunnel umgebaut werden könnte, damit er auf beiden Seiten einen Fussgänger- und Velostreifen aufweist. Eggmann rechnete damit, dass die Kosten für den «sanften Umbau», wie er damals in seinem Vorstoss schrieb, klar tiefer wären als der Anteil von rund 10 Millionen Franken, welche die Stadt Olten bei der Erstellung der Langsamverkehrsverbindung vom Hammerquartier in den neuen Stadtteil Olten SüdWest bezahlen müsste.

Doch der Stadtrat will die Prüfung nun nicht vornehmen und das vom Gemeindeparlament überwiesene Postulat abschreiben, wie es in der Berichterstattung der noch hängigen Vorstösse heisst (siehe auch weitere Vorstösse unten). Zwei Gründe sprechen aus Sicht der Oltner Regierung gegen die Idee. Zum einen würde die Kapazität der Rötzmatt-Kreuzung vor dem Tunnel in den Abendspitzenstunden um bis zu 40 Prozent abnehmen. Dies, weil der Autoverkehr durch den Tunnel mit beidseitigem Fuss- und Velostreifen nur noch einseitig geführt werden könnte und so die Umschaltzeit zwischen Rot- und Grünphase mehrere Sekunden länger dauert. «Eine Reduktion der Leistungsfähigkeit ist weder für den Stadtrat noch für den Kanton eine Alternative», schreibt der Stadtrat in der Berichterstattung zu den hängigen Vorstössen. Eine andere Variante wäre, den Tunnel zu verbreiten, sodass trotz beidseitigem Langsamverkehr die Autos im Tunnel kreuzen könnten. Für diese Ausbauvariante gab es schon einmal ein Projekt, welches auf 17,9 Millionen geschätzt wurde. Die Unterführung wäre so von heute 9 auf 17,7 Meter verbreitert worden. Das Projekt war dem Stadtrat zu teuer, weil Olten es alleine hätte stemmen müssen. Eine Beteiligung des Kantons innerhalb des ERO-Programms scheiterte. Auch eine verkleinerte Ausbauvariante «reduziert die Kosten nicht im gleichen Umfang, da erhebliche Fixkosten bleiben».

Aus der Sicht von Ernst Eggmann wäre der Umbau des Rötzmatttunnels eine «preiswerte Zwischenlösung» anstelle einer Personenunterführung Hammer und würde auch den Druck für deren raschen Realisierung mindern.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1