«Trotz dem Wetter sind erstaunlich viele Besucher gekommen», bemerkte die Mehrheit der befragten Standbetreiber am zweiten Weihnachtsmarkt in der Oltner Altstadt. Das Wetter war allgegenwärtig, denn es war mehr als das übliche «nicht so gut»: Am Sonntag zog eisiger Wind durch die Gassen und der Regen wollte nicht enden. Das sorgte dafür, dass man es sich mindestens zwei Mal überlegte, ob man das Haus überhaupt verlassen sollte.

Die Standbetreiber, allesamt dick eingepackt, waren allerdings darauf vorbereitet. «Damit muss man einfach rechnen an einem Weihnachtsmarkt» meinte beispielsweise Franziska Schneider. Sie verkaufte Schmuck und Accessoires und zeigte sich zufrieden mit dem Oltner Weihnachtsmarkt. Sie mache zwar längst nicht mehr so viel Umsatz wie noch vor zehn Jahren. Doch den Rückgang schreibt sie mehr der Digitalisierung als der Organisation des Weihnachtsmarktes zu.

Christophe Theiler aus Lostorf kommentierte die vier Tage in Olten so: «Das Wetter war letztes Jahr anders, aber nicht besser.» Für die Zeit, wenn keine Besucher da sind, hat er sein Häuschen so eingerichtet, dass er an seinen Glaskunstwerken arbeiten kann. Nicole und René von Arb von der Imkerei zum Bienenkorb gefällt der Weihnachtsmarkt in der Altstadt. Sie waren jeweils beim Markt im Klostergarten schon dabei und heuer zum ersten Mal in der Altstadt: «Es läuft immer etwas an diesem Markt, besonders der Donnerstagabend war sehr gut besucht.»

Zu viele Märkte in der Region?

Einen etwas anderen Ton schlug Bobby Leiser aus Schönenwerd an. Er verkaufte Marokko-Lampen und meinte, das Angebot an Weihnachtsmärkten sei schlicht übersättigt in der Region und man müsse das Konzept des Marktes überdenken. Er war bereits letztes Jahr dabei und hofft, vor allem den Werbeeffekt des Anlasses nutzen zu können. Dies, weil seine Lampen etwas zu gross sind, um schnell eine unter dem Arm nach Hause zu tragen. Wer allerdings einen kurzen Schwatz halten und ein wenig Musik hören wollte, war genau richtig an seinem Stand.

Auch Anni Fleischli ist sich bewusst, dass es viele Weihnachtsmärkte gibt in der Region. Allerdings findet sie, dass man den Oltner Weihnachtsmarkt unbedingt erhalten soll, da die Kapazität und der Platz vorhanden seien. Sie selbst verkauft ihre handgemachte Glaswaren auch an kleineren Märkten wie zum Beispiel in Walterswil: «Auch die Freude am Präsentieren der Arbeit ist für mich Lohn.»

Anders als 2017 fiel der Sonntagsverkauf diesmal nicht mit dem Weihnachtsmarkt zusammen. Darauf angesprochen meinten die Aussteller unisono, dass sie keinen Unterschied bemerkten. Einige, die letztes Jahr am Weihnachtsmarkt teilnahmen, konnten sich nicht einmal mehr daran erinnern, dass gleichzeitig der Sonntagsverkauf stattgefunden hatte.

Für den gemütlichen Teil des Anlasses sorgten die zwei Glühweinstände. Mit Unterstützung der FDP- und SVP-Stadtparteien betrieb Organisator Roger Lang diese selbst. Am Sonntagnachmittag traf man dort auf Philippe Ruf sowie auf das Ehepaar Charlotte und Gabor Kanzso, die Würste, Glühwein und Punsch anboten, um die klammen Finger zu wärmen. Gemäss Ruf ist das Mithelfen am Weihnachtsmarkt bereits im zweiten Jahr so beliebt, dass es nicht lange dauerte, bis alle Schichten besetzt waren.

Kommt es zur dritten Auflage?

Wegen des garstigen Wetters waren allerdings auch viele Besucher froh, dass sie nach drinnen etwas Trinken oder Essen gehen konnten. Dennoch meinte Organisator Roger Lang, dass es für die Gastrobetriebe schlechter gelaufen sei als letztes Jahr. Ob es 2019 eine dritte Ausgabe des Weihnachtsmarktes in der Altstadt geben wird, ist momentan noch nicht klar. Bereits der diesjährige Markt stand auf der Kippe (wir berichteten).