«Eine Bushalle, zwei verschiedene Nutzer» titelte diese Zeitung im Januar 2016. Die Überschrift zielte auf das Vorhaben, die komplette Motorfahrzeugkontrolle Olten (MFK) künftig in den Räumlichkeiten des Busbetriebs Olten Gösgen Gäu AG (BOGG) in Wangen bei Olten zu betreiben.

Die bestehende Infrastruktur der BOGG kann unter Tag nämlich problemlos fremdgenutzt werden, weil die Busse dann im Einsatz stehen, wie die bereits existierende Nutzung durch die MFK beweist. Schon heute werden dort Motorfahrzeugprüfungen der Lastwagen durchgeführt.

Erweiterung Depot auf Kurs

Ebenfalls im Fokus stand die Absicht der BOGG, ihren Depotraum um rund 1500 Quadratmeter zu erweitern, damit deren ganze Fahrzeugflotte nachts eingestellt werden kann. Denn bis auf den heutigen Tag bleibt regelmässig eine Handvoll Fahrzeuge wegen Platzmangel draussen vor der Tür stehen. Das schadet nicht selten deren Elektronik, wie Betriebsleiter Toni von Arx damals wie heute zu verstehen gab, beziehungsweise gibt.

Und heute: Wo stehen die Planungsarbeiten aktuell? Das Projekt Depoterweiterung ist auf guten Wegen. «Derzeit befindet sich das Vorhaben in der Vorprojektphase», wie von Arx auf Anfrage erklärt. Bis Ende Jahr soll das Vorhaben, welches auch weitere Nutzungsräumlichkeiten wie etwa Antrittsräume für Personal, zur Bewilligungsreife gelangen.

Im Jahr darauf darf mit dem Baubeginn gerechnet werden. Für diesen BOGG-spezifischen Projektteil, inklusive notwendiger weiterer Infrastrukturanlagen wie etwa diejenige einer Photovoltaikanlage oder der Vergrösserung des Tanks für Regenwasser, welches zur Reinigung der Busse genutzt wird, werden rund 9 Millionen Franken veranschlagt.

Ebenfalls auf der Zielgeraden unterwegs ist die Planung des Umzugs der MFK von Olten nach Wangen bei Olten. Aktuell laufen noch Abklärungen, wie Finanzierungs- und Besitzverhältnisse unter den neuen Gegebenheiten geregelt werden können. Voraussichtlich im kommenden März soll das Projekt dem Regierungsrat vorgelegt werden, im selben Jahr befindet auch der Kantonsrat über das Projekt, welches bislang mit Kosten von ca. 7 Millionen Franken veranschlagt ist.

Bernhard Mäusli, Kantonsbaumeister, meint: «Wenn alles optimal läuft, dann dürfte der Umzug im Frühjahr 2020 umgesetzt sein.» Optimal laufen bedeutet konkret: Regierung und Kantonsrat sagen Ja zur Umsetzung und die Kosten des Vorhabens übersteigen nicht die Finanzkompetenz des Kantonsrates. «Andernfalls wäre eine Volksabstimmung notwendig», so Mäusli. Dies wäre unter den gegebenen Umständen nach Ansicht von Beat Loosli, Mitglied der kantonsrätlichen Finanzkommission, bereits ab 5 Millionen Franken der Fall.

Diese Limite gilt allerdings nur, wenn die Kosten des Vorhabens als neue einmalige Ausgabe bewertet werden. Derzeit liegt eine abschliessende Beurteilung noch nicht vor. Denn für die eigentliche Prüfungsarbeit wird die MFK einen bereits bestehenden Gebäudeteil der BOGG nutzen. Der administrative Bereich würde auf einem das bestehende Gebäude ergänzenden neuen Stockwerk untergebracht.

Weiterverwendung unklar

Noch völlig im unklaren liegt die Weiterverwendung der alten MFK-Anlagen an der Sportstrasse- beziehungsweise am Rötzmattweg in Olten. Derzeit ist kein alternativer Nutzungszweck vorgesehen. «Man müsste das Gelände sicher weiterentwickeln», so Mäusli. Allenfalls auch auf privater Basis.

Die Gebäude aus den späten 1960er-Jahren sind denn auch sanierungsbedürftig. «Wir werden bezüglich der künftigen Nutzung sicher auch mit der Stadt Olten Kontakt aufnehmen, so wie der Kanton dies immer macht in solchen Fragen», so der Kantonsbaumeister weiter.