Olten
Das Theater JUcKT zeigt was sie können: Die Insel ruft gleich zweimal

Bei den Werkstattaufführungen des Theaters JUcKT zeigen die Kinder und Jugendlichen im Theaterstudio Olten, was sie bereits alles können.

Rhaban Straumann
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Die neun Jugendlichen des Theaters JUcKT landeten wegen eines Schiffbruchs auf einer Insel.

Die neun Jugendlichen des Theaters JUcKT landeten wegen eines Schiffbruchs auf einer Insel.

zvg/André Albrecht

Der Zufall wollte es, dass sowohl die Theatergruppe der Kinder als auch die der Jugendlichen mit ihrem Theaterstück auf eine Schiffsreise ging. Zwei höchst unterschiedliche Abenteuer. Es waren dies die Ergebnisse des 38. und 39. Kurses von Theater JUcKT, welche am 18./19. Juni in einem vollen Theaterstudio Olten der Öffentlichkeit präsentiert wurden.

Beide Gruppen reisen auf eine Insel, einmal ist es die Trauminsel, einmal eher ein Albtraum. Trotzdem irgendwie normal, nahe am Leben. Schön zu erleben war, dass auch ohne viele Worte ganz schön viel erzählt werden kann. Sehr friedlich mit Morgenritualen und Reisevorbereitungen beginnt es bei den 12 schauspielernden Kindern. Ihr Ziel ist Niemandsland. Da heimisch ist eine weltberühmte Kioskfrau, welche Süssigkeiten mit Nebenwirkungen verkauft.

Zufälligerweise lebt auf derselben Insel auch ein Guru, der Gegenmittel für die Nebenwirkungen im Angebot hat. Nicht ganz ohne Nebenwirkungen ist auch der zu besuchende Opa. Die Geschichte kann seinen Lauf nehmen. Ein schönes, leider viel zu kurzes und unspektakuläres Stück. Gekonnt fein gespielt mit lustvoll verspielten Details und plakativ markierten Rollenklischees. Fenster putzen kann echt lustig sein – zumindest für aussen Sitzende.

Eine frohgemute Reisegesellschaft zeigen auch die neun jugendlichen Schauspielerinnen und Schauspieler. Nur gerät diese Gruppe via Umweg Schiffbruch auf ein echtes Stück Niemandsland namens Utopia. Die Insel zwar einsam, jedoch üppig, Ödland herrscht vorerst im Innern der Gestrandeten. Vorurteile und Egoismus fassen sogleich Fuss, während die Menschlichkeit sich noch zu orientieren sucht. Um nicht vollends im Chaos unterzugehen, werden Regeln formuliert. Zum Beispiel: «Für alle einen Garten». Oder: «Niemand darf alleine sein». Nun kann Leben stattfinden. Nicht einfach. Der Weg zur Sekte ist nicht weit. Ein weiterer Schiffbruch naht. Die Jugendgruppe liefert mutig tiefgründiges Schauspiel mit sympathischer Gesellschaftskritik. Etwas Drama und viel Tragik, aber nicht ohne Schalk, mit starken Frauen und starken Männerrollen, allesamt stark gespielt.

Viele Kinder immer wieder dabei

Ein weiteres frohes Zeichen sind die vielen Wiederholungstäterinnen und Wiederholungstäter. Es sind etliche Jugendliche mit dabei, welche schon als Kinder die Kurse der Gründungsmitglieder von Theater JUcKT besuchten. Ebenso erfreulich ist die inzwischen mehrjährige Konstanz in Sachen Kursleitung: Simone Wyss, Sonja Hartmann und Till Burkart werden auch die neuen Kurse des Forums für Jugend- und Kindertheater Olten leiten. Diese starten nach den Sommerferien, Details auf der Website www.theaterjuckt.ch.