Dienstagmorgen, 10 Uhr: Die Tische sind gedeckt, der Einsatzplan liegt bereit, die Getränke sind griffbereit im Kühlschrank, und die ersten Gäste schon seit einer Viertelstunde da. «Einen Kaffee Creme, ein Mineralwasser und ein Cola Zero» lautete die erste Bestellung im neu eröffneten Säli-Schlössli.

Die Gäste schwelgen in Kindheits- und Jugenderinnerungen: «Wir waren früher sehr oft hier oben, haben im Wald gespielt und am Sonntag hat uns mein Vater manchmal eine Coca Cola im Restaurant bezahlt», schwärmt Peter Erne. «Das Säli-Schlössli war für mich das Grösste.» Wer für Räuberspiele schon zu alt war, erlebte dort oben oftmals sein erstes Rendez-vous, verrät er lachend. Auch seine Frau Rita erinnert sich: «Im Winter sind wir hier oben mit dem Schlitten gestartet und die Strasse runter durch den Wald geflitzt, eine tolle Zeit.»

Der erste Wanderer trifft ein

Wenig später kommt auch schon der erste Wanderer auf dem Säli-Schlössli an. «Der ganze Weg lag im Schatten, es war wunderbar», freut sich Herrmann Boog, «auch wenn ich manchmal etwas ins Schnaufen kam».

Er habe den Weg nicht nur wegen der Neueröffnung auf sich genommen, das Interesse an der Botanik des Waldes, den schönen Pflanzen, die ihn auf dem Weg erfreuten, habe auch eine grosse Rolle gespielt. «Trotzdem ist es natürlich toll, dass das Restaurant wieder geöffnet ist, ich freue mich darauf, hier wieder öfter einen Kaffee zu trinken.»

Der Chef ist guter Dinge

Georg Schellenberg ist froh, dass die Vorbereitungszeit nun vorbei ist und es endlich losgeht. «Am Anfang habe ich gedacht, wir hätten zu viel Zeit, es stellte sich aber heraus, dass es mehr zu tun gab als gedacht.» Er habe in der Nacht vor der Eröffnung noch die neu gekaufte Kasse programmieren müssen, die nun aber glücklicherweise funktioniert.

Am Montagabend habe das Restaurant-Personal zum ersten Mal seinen neuen Arbeitsplatz besichtigt und bei den letzten Aufräumarbeiten geholfen. «Ich habe einen sehr guten Eindruck von den Leuten erhalten und bin sehr zuversichtlich für die kommenden Monate», freut sich Schellenberg, der neben seiner Tätigkeit als Alpenblick-Wirt auch noch Gemeinderat in Oensingen ist.

Auch Service-Angestellte Karin Gassler ist guter Dinge: «Es ist eine Herausforderung, aber ich freue mich sehr auf die drei Monate auf dem Säli-Schlössli.» Die tolle Aussicht motiviere sie sogar, den langen Weg von Rickenbach im Kanton Baselland auf sich zu nehmen. Sollte es sich ergeben, dass es im Frühling weitergeht und das Team sich in den nächsten Monaten bewährt, könne sie sich gut vorstellen, noch länger auf dem Schlössli zu bleiben.

Letzte Feinarbeiten erledigt

Im Verlauf des Morgens gab es noch einige kleinere Arbeiten zu erledigen, die Glace-Karte musste aufgehängt, und das Herzlich-Willkommen-Schild ansprechend gestaltet werden.

Auch Grillmeister Kenny Born konnte draussen auf der Terrasse zum ersten Mal seinen Arbeitsplatz einrichten. Bereits um 11 Uhr war der Grill bereit und das erste Plätzli brutzelte vor sich hin, während drinnen im Restaurant ein reichhaltiges Salatbuffet aufgebaut wurde.

Das Säli-Schlössli ist definitiv aus seinem eineinhalbjährigen Dornröschenschlaf erwacht und bereit für alte und neue Stammgäste.