Sie kennen sich aus Zeiten beim Zirkus Wunderplunder, die Mitglieder des Kollektivs Theaterfabulaktur. Sieben Ehemalige haben sich letztes Jahr zusammengefunden und bringen heuer ihren Erstling, «Das kalte Herz», auf die Freiluftbühne, ein Märchen des früheren 19. Jahrhunderts von Wilhelm Hauff.

In Olten hat sich das Kollektiv den Elefantenplatz als Bühne ausgesucht. Und wurde davon erfrischend inspiriert. Einfaches Setting, eindrückliche Sequenzen, unkomplizierte Sprache. Da stört auch nicht, dass Wortfetzen im Rauschen der Blätter hin und wieder untergehen; die Geschichte wird auch so verstanden und endet – gut; das Herz kehrt nach anderthalb kurzweiligen Stunden zurück in den Leib, wo es hingehört. Ein Stück wider soziale Kälte.

Nur 50 Zuschauende erträgt die Aufführung in Olten. Dafür sind Mann und Frau mittendrin: Akteure zum Anfassen, Teil des Stücks werdend: Das ist die Qualität dieser Freiluftinszenierung, die, bewusst oder nicht, die ganz andere Seite des Theaterschaffens präsentiert. Schnörkellos, unkompliziert, überraschend, originell, ohne Attitüde. Alles gepaart mit einer umwerfenden Kostümwechselkunst der Akteure, die nebenbei wohl noch Kilometer zurücklegen, um der Inszenierung die passende Dramaturgie zu verleihen. Schlicht: ein Theatererlebnis zum Geniessen. Und das nicht nur, weil man solches nur noch selten zu Gesicht und Gehör bekommt.