Kappel

Das Chaos führt am Konzert der Brass Band Regie

Der Clown Jeanloup leitete die Brass Band Kappel zu Beginn des Konzerts gleich selbst. Dies anstelle des offiziellen Dirigenten Oliver Waldmann.

Der Clown Jeanloup leitete die Brass Band Kappel zu Beginn des Konzerts gleich selbst. Dies anstelle des offiziellen Dirigenten Oliver Waldmann.

Am Unterhaltungskonzert der Brass Band Kappel wirbelte der Clown Jeanloup alles durcheinander.

So gelacht hat man an einem Auftritt der Brass Band Kappel schon lange nicht mehr. Der Clown Jeanloup «störte» das Unterhaltungskonzert am letzten Samstag ständig mit seinen Interventionen. Das fing damit an, dass er vor Beginn des Konzerts den Dirigenten Oliver Waldmann in der Garderobe fesselte und knebelte, um selber die Brass Band dirigieren und zu Freiübungen anleiten zu können. Doch erst als Waldmann sich befreien und Jeanloup den Taktstock entwinden konnte, kam wieder Ordnung in das angerichtete Chaos.

Nun wollte es sich der Clown nicht nehmen lassen, im Blasorchester mindestens mitzuspielen. Er zeigte sich aber absolut untalentiert und unbeholfen. Ständig hatte er mit den Tücken des Objekts zu kämpfen, sei es mit dem Notenständer, dem Zug der Posaune oder dem Stapel Notenblättern. In der Polka «In The Wood» oder «Im Krapfenwald» gelang es ihm nicht einmal richtig, die Kuckucksflöte zu blasen, wie es der Walzerkönig Johann Strauss Sohn komponiert hatte. Beim Stück «Fascinating Drums», wo der Schlagzeuger Dominik Wyss und die Perkussionisten zum Zuge kamen, zauberte der Clown Jeanloup allerhand Alltagsgegenstände aus dem Sack und bearbeitete sie lärmend als Rhythmusinstrumente. Bei der «Russian Circus Music» entdeckte Jeanloup die Fernbedienung und probierte die Knöpfe aus. So konnte er die Musik mal schnell oder langsam, mal laut oder mit der Stummtaste tonlos und schliesslich sogar noch rückwärts spielen lassen. All die Ideen liessen das Publikum zu Tränen lachen.

Dirigent Oliver Waldmann und die Brass Band machten bei allen Spässen mit, in welche der Clown die Musikantinnen und Musikanten einbezog. Zusätzlich spielten sie ihr Programm von anspruchsvollen Melodien hervorragend und konzentriert. Vom schallenden Eröffnungsstück «Death Or Glory» schlugen sie den Boden zum Triumphmarsch «Entry Of The Gladiators» und zum weltberühmten «O mein Papa». Hier konnte der Trompeter Benjamin Ledergerber seine Qualitäten als Solisten ebenso ausspielen wie Lukas Bosshart bei der Polka «Tuba Muckl» und Schlagzeuger Dominik Wyss im Perkussionsstück «Fascinating Drums».

Das ganze Ensemble überzeugte durch konzentriertes, präzises und harmonisches Spiel. Die nicht nur in der «Russian Circus Music» – selbst unter der Fernbedienungstaste «normal» – geforderten Wechsel im Takt, Tempo und in der Dynamik meisterte die Brass Band Kappel hervorragend. Sie vermochten auch das Publikum zum spontanen Mitklatschen zu animieren. Vor der üblichen Zugabe, der «Ambosspolka», ehrte Präsident Anton Lack den Eufoniumbläser Peter Wyss für seine 35 Jahre mittun im Verein. Schliesslich rundete die Blasmusik das schöne Konzert mit dem Marsch «Frohes Wiedersehn» ab.

Als Auftakt zum Konzert der Brass Band stellte sich die Anfang Jahr gegründete Jugendmusik Gäu vor. Die drei Musikvereine MG Gunzgen, MG Hägendorf-Rickenbach und die Brass Band Kappel fördern damit den Nachwuchs gemeinsam. Die Gäuer Juniorinnen und Junioren unter der Leitung von Michael Stalder starteten fulminant mit Trommelwirbel und Fanfarenklängen. Sie brachten das Publikum in Fahrt mit dem rhythmisch anspruchsvollen «Siyahamba» aus Südafrika, dem Beatlessong «Penny Lane» und dem witzigen Filmsoundtrack «Fantasia». Mit der Zugabe «The Winner Takes It All» von Abba verabschiedete sich der vielversprechende Nachwuchs vom praktisch ausverkauften Saal in Kappel.

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