«Eg ha di gärn». Bereits seit Mitte August prangt dieser Spruch auf grellpinken Fahnen, die das Dorf am Fuss des Borns schmücken. Sie sind Vorboten der freudigen Botschaft: Die Chappeler Chilbi naht. Am kommenden Wochenende vom 1. und 2. September wird der Dorfkern nach Zuckerwatte und Lebkuchen duften, rund ums Schulhaus werden die Schreie der wagemutigen Bahntester und das Gelächter von Kindern die Luft erfüllen. Nicht nur bei der Dorfbevölkerung ist der Anlass beliebt, jährlich strömen Besucher von Nah und Fern nach Kappel. Denn in der Region zählt die Veranstaltung zu den grössten ihrer Art.

Vor drei Jahren wechselte der Standort. Dass der Rummel mittlerweile auf einer Gemeindestrasse und nicht mehr auf der Hauptstrasse durchgeführt wird, sorgt aber kaum noch für Überraschung, Besucher als auch Vereine haben sich an der Dorfstrasse gut eingelebt. Gleichwohl trumpft die Chilbi in diesem Jahr mit Neuheiten auf: So gibt es eine neue Schiffs-Bar statt der Western-Bar und neuerdings wird auch ein Ponyreiten angeboten.

Attraktive Bahnen für drei Tage

In diesem Jahr ist der Anlass sogar dreitägig. Aber nur inoffiziell, denn einzig die Bahnen sowie das Zelt des FC Kappel und die zweistöckige Bar der «Dorfstross-Buebe» werden am Freitagabend bereits für Unterhaltung sorgen. «Die anderen Vereine wollten da noch nicht mitmachen», sagt Arzu von Arb, Präsidentin des Chilbi-OKs.

Dorfstross-Buebe Chilbi Kappel

Die «Dorfstross-Buebe» beim Aufbau ihrer zweistöckigen Bar für die Chappeler Chilbi.

Folglich sind nur zwei der insgesamt 19 Stübli am Freitagabend schon zugänglich. «Wer weiss, vielleicht werden es im nächsten Jahr bereits mehr sein», so die Präsidentin hoffnungsvoll. Den Anlass dreitägig durchzuführen stand im OK schon seit längerem zur Diskussion. «Für die Schausteller lohnt es sich jetzt, attraktivere Bahnen mitzunehmen. Das macht die Chilbi interessanter und wertet den Anlass auf», ist sich von Arb sicher.

Grund für diese Entscheidung sei mitunter das Helferfest, das alle zwei Jahre organisiert wird und auch dieses Jahr im FC-Zelt stattfindet. «Wir sind ja sowieso vor Ort», meint die OK-Präsidentin. «Dann können wir den Besuchern auch gleich etwas bieten.» Im Gegensatz zu den Mithelferinnen und Mithelfern an der Chilbi, müssen Besucher für das reduzierte Angebot des Fussballclubs an diesem Abend aber bezahlen.

Weniger Besucher am Sonntag

Dass der Start bereits am Freitag erfolgen soll, hat noch einen weiteren Grund: «Früher war der Sonntagabend in den Stübli und den Bars sehr gut besucht, heute besteht die Tendenz, dass man dann eher zu Hause bleibt», so von Arb. Wenn dieser Tag nicht mehr laufe, fehle den Vereinen eine Einnahmequelle, die zu kompensieren sei. Hinzu komme, dass die Konkurrenz mit anderen Anlässen immer grösser werde. Auch das wirke sich auf die Besucherzahlen aus. «Unser Ziel als OK ist es, dass die Chappeler Chilbi langfristig attraktiv bleibt.» Denn die Vereine leben von einer erfolgreichen Chilbi.

Im letzten Jahr war aber auch der Sonntag gut besucht, vor allem im Vergleich zum Samstag. «Das lag am Wetter», meint von Arb. Denn der Samstagabend, die beste Chilbi-Zeit, fiel buchstäblich ins Wasser. Heuer hofft das OK natürlich auf Sonnenschein. Bis jetzt meint es Petrus aber nicht allzu gut: Am Samstag könnte es wieder regnen.