Olten

Challenge im Homeoffice: «Näht eine Maske für Lady Gaga»

Selina Plüss, Luna Minet und Leandra Semling (v.l.) präsentieren ihre Maskenentwürfe.

Selina Plüss, Luna Minet und Leandra Semling (v.l.) präsentieren ihre Maskenentwürfe.

Die Lernenden der Schule für Mode und Gestaltung in Olten wurden während der Coronapandemie mit ungewohnten Nähaufträgen konfrontiert.

Aufgrund der Coronapandemie war auch für die Lernenden des Berufsbildungszentrums Olten klar: Jetzt ist Homeoffice angesagt. Die Zeit zu Hause wurde für die Lernenden der Schule für Mode und Gestaltung durch diverse Näharbeiten aufgelockert. Dazu gehörte Mitte Mai folgende fiktive These: «Allmählich pendelt sich ein Leben mit dem Virus ein. Lady Gaga geht wieder auf Tour und gibt dazu einen Statement-Mundschutz in Auftrag, passend zu ihrem ausgefallenen Style.» Der Auftrag lautete: «Kreiert diese Maske.»

Warum ausgerechnet Lady Gaga? Dazu schreibt Assistentin Terese Roost auf Anfrage: «Sie kann ein Vorbild sein und der neuen Realität mit Mut entgegentreten.» Persönlich sei sie kein Fan, doch finde sie deren Kreativität und Mut zu Neuem und Andersartigem wichtig. Die Begeisterung der Lernenden sei sehr unterschiedlich gewesen. Einigen habe es sichtlich Spass gemacht, andere investierten dafür kaum Zeit. Bezüglich der Gestaltung war den Lernenden keine Grenze gesetzt.

Sie verwendeten Material, welches bereits zu Hause vorhanden war. Leandra Semling, eine Schülerin, schreibt: «Ich habe das sehr gerne gemacht, besonders weil man von der Recherche über die Planung bis zur Umsetzung alles selbst entscheiden konnte.» Es sei eine gute Übung für Kreativität und Eigeninitiative gewesen. Dieser Meinung ist auch Selina Plüss, deren «Motivation im Homeoffice durch die Challenge» klar verstärkt worden sei.

Die Nähaufträge dienten als Abwechselung zum ansonsten recht theorielastigen Teil. Einige Herausforderungen gab es offenbar beim Zeitmanagement: Man könne sich schnell bei der Recherche zu den ausgefallenen Auftritten und Outfits von Lady Gaga verlieren, meint etwa Luna Minet. Selina Plüss hingegen kosteten die hohen Ansprüche an sich selbst viel Zeit: Ihre ursprüngliche Idee war ein Mosaik aus CD-Teilen. Am Ende sind aber alle drei zufrieden mit ihrem Endentwurf: «Es gab ausgefallene Ideen und grossartige Umsetzungen davon», findet Luna Minet.

Die entstandenen Werke sind nicht funktionstüchtig. Dafür wäre gemäss Terese Roost mehr Zeit und anderes Material nötig gewesen. Aber der Arbeitsauftrag, eine ausgefallene und schrille – eine Lady-Gaga-würdige Maske eben – zu nähen, gelang dennoch. Für die kreative Förderung sind weitere Herausforderungen dieser Art denkbar und gerade im Falle eines Lockdown gut umzusetzen.

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