Neue Halle
Busbetriebe Olten Gösgen Gäu bauen aus – die MFK zieht ein

Die Busbetriebe Olten Gösgen Gäu brauchen mehr Platz, um ihre Busse über Nacht einzustellen, und bauen eine neue Halle. Um das bisherige Gebäude tagsüber besser auszulasten, will die Motorfahrzeugkontrolle die Bushalle für Fahrzeugprüfungen nutzen.

Fabian Muster
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Links neben dem bisherigen Gebäude der Busbetriebe Olten Gösgen Gäu soll eine neue Halle mit Wohnungen und Photovoltaikanlage entstehen.

Links neben dem bisherigen Gebäude der Busbetriebe Olten Gösgen Gäu soll eine neue Halle mit Wohnungen und Photovoltaikanlage entstehen.

BRUNO KISSLING

Die Busbetriebe Olten Gösgen Gäu (BOGG) sind Opfer ihres eigenen Erfolgs: Mehr Einwohner, dichtere Verbindungen und mehr Linien liessen die Passagierzahlen in den letzten zehn Jahren um rund 1,5 Millionen in die Höhe schnellen. Mehr Busse wurden nötig, die nun im Hauptdepot in Wangen bei Olten keinen Platz mehr finden. Bereits heute müssen fünf Fahrzeuge über Nacht im Freien parkiert werden. Nässe und Kälte greifen die sensible Elektronik an und das führt zu mehr Störfällen.

Doch damit soll bald Schluss sein, wenn es nach Direktor Toni von Arx geht. Die Busbetriebe wollen an ihrer Betriebszentrale eine neue Halle von rund 1500 Quadratmetern erstellen, wo zusätzlich Busse untergebracht werden können. Neu wird das Depot so 50 statt wie bisher 31 Fahrzeugen Platz bieten, auch die Antrittsräume fürs Buspersonal werden ausgebaut. Auf dem neuen Depot sollen zudem 25 2-/3-/4-Zimmer-Wohnungen entstehen, die entweder verkauft und/oder vermietet werden. Ebenfalls auf dem Dach vorgesehen ist eine Photovoltaikanlage, die für einen Teil der Busflotte Gas produziert (siehe Kasten).

Der bisherige Gestaltungsplan Chleibematt muss wegen des Ausbauvorhabens abgeändert werden und liegt nun seit dem 8. Januar für 30 Tage öffentlich auf. Derzeit sind die maximalen Ausmasse ausgesteckt, welches das Bauprojekt dereinst annehmen könnte. Nur der nördliche Teil davon wird aber in einer ersten Etappe bebaut. Von Arx rechnet damit, dass nächstes Jahr die ersten Bagger auffahren. In Betrieb gehen soll die neue Halle 2018 oder 2019. Die Kosten belaufen sich für den von BOGG genutzten Teil auf rund 3 bis 4 Millionen Franken.

Busbetrieb und MFK Hand in Hand

Doch das ist nicht alles: Mit einem anderen Projekt will Direktor Toni von Arx die während des Tages leerstehenden Einstellhallen besser auslasten. Die ersten Busse verlassen das Depot in Wangen bei Olten bereits um fünf Uhr früh, die letzten kommen erst nach Mitternacht zurück. Den Partner für die Zwischennutzung wurde in der kantonalen Motorfahrzeugkontrolle (MFK) gefunden. Diese wollen den bisherigen Standort ausbauen und die Prüfhallen der gesamten Region in die Gemeinde verschieben.

Ein Prüfplatz, der von der BOGG für Busse und von der MFK für Lastwagen gemeinsam genutzt wird, ist bereits vorhanden. Neu sollen ein weiterer Platz für Lastwagen und vier Prüfplätze für Autos dazukommen. Die dazu benötigten Lifte und Gräben für Autos respektive Lastwagen beeinträchtigen die Einstellung der Busse nicht. Im Zuge davon wird die bisherige Autoprüfhalle, die sich bei der MFK in Olten befindet, geschlossen.

Eine Halle, zwei verschiedene Nutzer, das ist eine Win-win-Situation für beide Player: «Wir können unsere Fahrzeugprüfungen in der Region Olten auf einen Standort konzentrieren», sagt MFK-Chef Kenneth Lützelschwab. BOGG-Direktor Toni von Arx erhält mit der Zweitnutzung der Einstellhallen einen Zustupf für die Betriebskasse. Das wirkt sich zwar nicht direkt auf günstigere Billettpreise aus, aber der Kanton und damit letztlich der Steuerzahler müssen den öV-Betrieb weniger stark mit öffentlichen Geldern unterstützen.

Mehrverkehr fürs Quartier

Mit dem Ausbau und der Zweitnutzung stellt sich die Frage nach Mehrverkehr im Quartier rund um die Bus-Betriebszentrale. «Es sollte deswegen nicht zu spürbarem Mehrverkehr kommen», sagt Toni von Arx. Die Busse und die von der MFK aufgebotenen Prüffahrzeuge verlassen wie bisher das Depot über die Industriestrasse, die Wohnungen sollen direkt von der Dorfstrasse her erschlossen werden.

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