Hägendorf

Belchentunnel wird saniert – nun kämpfen sie mit Abwasser

Wird durch das Bauprojekt Abwasserlagerung entlastet: Der Rickenbach.

Wird durch das Bauprojekt Abwasserlagerung entlastet: Der Rickenbach.

Nationalstrassenprojekt zur Abwasserlagerung am Belchentunnel liegt in Hägendorf bis 23. Oktober öffentlich auf.

Der Belchentunnel wird derzeit saniert. Im Zuge dieser Arbeiten wird auch der Neu- bau der Strassenabwasserbehandlungsanlage Rickenbach (SABA) umgesetzt. Denn: Durch die Bauarbeiten entsteht zusätzlich zum normalen Verkehr verschmutztes Abwasser. Im Moment wird dazu ein Ölabscheider genutzt, um das Abwasser zu reinigen, welches in den Rickenbach gelangt. Durch die höhere Menge an Abwasser ist der Ölabscheider aber nicht mehr in der Lage, das Wasser zu filtern. Zukünftig soll ein Retentionsfilterbecken Abhilfe schaffen. Die neue Reinigungsanlage würde ein Becken darstellen, mit Sand gefüllt, auf dem Schilf wächst. Geplant ist der Bau in den Jahren 2020 und 2021. Dennoch vergeht nach Fertigstellung ein Jahr, ehe die Anlage betrieben werden kann, da sich das Schilf noch entwickeln muss.

Was passiert mit dem Ölabscheider? Der wird in ein Rückhaltebecken umgebaut. Damit erhöht man die Abwasserkapazität. Bei einer Havarie gelangt so Wasser vom Retentionsbecken in das Rückhaltebecken.

Für das Tunnelreinigungs- und Havarieabwasser besteht aktuell ein 120 Kubikmeter umfassendes Rückhaltebecken. Zu wenig, so die Einschätzung des Bau- und Justizdepartements. Deshalb wird als zweites Becken mit einer Kapazität mit einer Kapazität von 130 Kubikmetern der einstige Ölabscheider genutzt. Von diesem Becken aus soll das Wasser in die öffentliche Kanalisation Hägendorfs geleitet werden. Zuständig für die diesbezüglichen Verhandlungen mit der Gemeinde ist das Bundesamt für Strassen Astra. Das einfliessende Wasser aus den Entwässerungsanlagen in die kommunale Kanalisation verursacht Gebühren. In einem Vertrag von 2013 wurden die Formalitäten vereinbart. Die Verhandlungen aber sind noch nicht abgeschlossen und im vollen Gange, schreibt Projektleiterin Petra Brosowski auf Anfrage.

Der Rickenbach wird entlastet

Mit dem Umbau des Ölabscheiders zu einem Rückhaltebecken wird der Abfluss in den Rickenbach wesentlich verringert. Künftig wird sich auch kein stehendes Wasser mehr im Becken befinden, sodass es für Amphibien nicht mehr nutzbar ist. Es werden daher Massnahmen ergriffen, um den Tieren zukünftig entweder den Zugang zu verwehren oder – zumindest solange noch Wasser im Becken ist – ihnen das Verlassen des Beckens via Amphibientreppe zu ermöglichen.

Das Projektgebiet der SABA Rickenbach liegt nicht in einer Natur- oder Landschaftszone. Ausserdem besteht keine Pflicht für eine Umweltverträglichkeitsprüfung bezüglich der Anlage. Dies geht aus dem Astra-Fachhandbuch hervor, welches besagt, dass Unterhalt und Erneuerung einer Nationalstrasse nicht zu erheblichen Umweltauswirkungen führen. Ein Grossteil der Umweltauswirkungen wurde bereits im Umweltverträglichkeitsbericht des gesamten Tunnelsanierungs-Projekts festgehalten. Es wird aber eine Umweltnotiz zur SABA ausgearbeitet. Sie ist Bestandteil der Unterlagen für das Plangenehmigungsgesuch und wird zusammen mit dem Projekt veröffentlicht. Die Genehmigung erfolgt durch das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation.

Allgemein kann die Umwelt durch die SABA Rickenbach vor verunreinigtem Abwasser besser geschont werden. Das Projekt erfüllt alle umweltgesetzlichen Zielvorgaben.

Eine knappe Million wird investiert

Die Investitionskosten belaufen sich auf 975 000 Franken. Die meisten Kosten verursachen Projektierung und Bauleitung, die Realisierung sowie die Projektreserve, wie die Planunterlagen verraten.

Die Pläne liegen bis zum 23. Oktober öffentlich in der Gemeindeverwaltung Hägendorf auf.

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