Olten

Bekanntes einheimisches Gastropaar übernimmt: «Suteria» kommt in neue Hände

Suteria-CEO Michael Brüderli und die Franchisenehmer Bernadette Rickenbacher und Peter Oesch (von links).

Suteria-CEO Michael Brüderli und die Franchisenehmer Bernadette Rickenbacher und Peter Oesch (von links).

Bernadette Rickenbacher und Peter Oesch übernehmen die Confiserie Suteria in der Oltner Altstadt im Franchising. Anfang Oktober wollen sie nach einer sanften Renovation loslegen.

Seit einem Vierteljahrhundert betreibt die Suteria Chocolateria AG aus Solothurn ihre Filiale in der Oltner Altstadt. Zuerst als reines Verkaufsgeschäft, später kam die Cafeteria dazu. Nach der Ära Klaus Kaiser, der für 21 Jahre das Gesicht der «Suteria» war, hat Almira Smajlovic die Geschäftsführung vor drei Jahren übernommen. Nun kommt es erneut zu einem Wechsel: Peter Oesch und Bernadette Rickenbacher übernehmen das Geschäft ab Anfang Oktober im Franchising. Das heisst: Der Präsident des Solothurner Gastroverbands und die Präsidentin der Gastro Region Olten Niederamt haben der «Suteria» die Infrastruktur abgekauft, bezahlen den Pachtzins und müssen jährlich eine Lizenzgebühr – einen gewissen Prozentsatz vom Umsatz – ans Suteria-Stammhaus nach Solothurn überweisen. Der Vorvertrag mit einer Laufdauer von zehn Jahren steht.

Mit der «Suteria» wagt sich das Paar zum dritten Mal nach dem Restaurant im Golfclub Heidental in Stüsslingen und dem «Chutz» in Oberbuchsiten an ein gemeinsames Gastroprojekt und werden nun zu selbstständigen Unternehmern. «Ich wollte etwas Eigenes haben und die Gäste nach meinen Vorstellungen verwöhnen», sagt Rickenbacher zum Motiv. Zudem habe sie unbedingt wieder in der Stadt Olten respektive sogar auf der linken Aareseite tätig sein wollen. Rickenbacher, die am Samstag ihren 54. Geburtstag feiert, war bis Ende Juli als Geschäftsführerin in der mittlerweile geschlossenen «Brändli»-Filiale in der Kirchgasse beschäftigt. Während sie künftig im Service und als Springerin arbeitet, ist ihr Partner für die Speisen verantwortlich. Oesch will neben der «Suteria» allerdings auch seine Mandate im Gastrobereich weiterführen und wird daher zu rund 50 Prozent im Betrieb präsent sein. Das sei machbar, weil die «Suteria» ein Tagesbetrieb sei und man als Koch nicht den ganzen Tag anwesend sein müsse, sagt der 62-Jährige.

Mehrere Zehntausend Franken werden investiert

Die beiden Gastro-Profis sind sich bewusst, dass die Ausgangslage derzeit mit Covid-19 keine einfache ist. «Einige meinten, ihr seid ganz schön mutig, jetzt anzufangen», sagt Rickenbacher. Es sei allerdings kein Start von null an, ergänzt Oesch: «Die Basis mit der Marke Suteria ist da, auf der wir aufbauen können.» Und die beiden haben einiges vor, wie sie im Gespräch mit dieser Zeitung erzählen. Vor dem offiziellen Start am Dienstag, 6. Oktober, wollen sie «mehrere zehntausend Franken» in die sanfte Renovation des Lokals mit 54 Sitzplätzen investieren: Der Küchenbereich soll leicht umgestaltet werden, ein neuer Kaffeevollautomat wird gekauft, das Mobiliar ausgetauscht, die Beleuchtung erneuert und die Wände gestrichen. Daher wird das Lokal rund eine Woche geschlossen sein.

Neben den bekannten «Suteria»-Produkten ist es vor allem Rickenbacher ein Anliegen, das Weinangebot zu vergrössern. Dies in Zusammenarbeit mit ihrem Sohn, der Weine aus der Toscana importiert. «So wollen wir die Apéro-Gäste abholen», sagt Rickenbacher. Auch das Tee-Angebot wird ausgebaut. Zudem wird der Service wieder eingeführt. Seit der Eröffnung nach dem Lockdown mussten die Gäste an der Theke bestellen und wurden nicht mehr bedient. Über Mittag will Oesch eine Bistroküche anbieten mit leichten Speisen wie Pasta, Salate oder Sandwiches. Angepasst werden auch die Öffnungszeiten: Montag ist neu zu, dafür wird am Donnerstag während des Abendverkaufs länger geöffnet sein. Für Gruppen öffnen sie auch individuell. Nicht zuletzt soll es an der Hauptgasse neu ein paar Tische geben. Weitere Ideen, wie etwa der Ildefons- platz wieder stärker belebt kann, sollen folgen.

Suteria-CEO mit Bekenntnis zum Standort Olten

Der Wechsel bei der Oltner Filiale mag für Aussenstehende überraschend kommen. Doch während des Lockdown hat Suteria-CEO Michael Brüderli mehrere Ideen im Kopf gewälzt, eine davon war das Franchising-System, das die Firma bereits einmal in China ausprobiert hat. Die «Initialzündung» habe Oesch gegeben. Von möglichen Veränderungen Wind bekommen rufte dieser Brüderli an. Schnell war man sich handelseinig. Brüderli: «Sie sind aus dem Oltner Teig und können mehr aus dem Lokal machen.» In den vergangenen Jahren sei die Laufkundschaft in der Altstadt zurückgegangen; unter anderem, weil mehrere alteingesessene Geschäfte geschlossen hätten oder gezügelt seien. «Wir haben nicht die Absicht, die Filiale in der Oltner Altstadt aufzugeben», versichert Brüderli – um gleich nachzuschieben: «Wir kämen aber heute nicht mehr hierher, weil es bessere Standorte gibt mit höheren Kundenfrequenzen.»

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