Olten
Bei der Eröffnung ist Haus der Museen bereits ein Publikumsrenner

Das neue Haus der Museen in Olten erlebte bei der Eröffnung vergangenes Wochenende einen Besucheransturm. Gemäss Stadtpräsident Martin Wey sollen die drei Museen zu einem neuen touristischen Aushängeschild Oltens werden.

Jürg Salvisberg
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Besucher im Haus der Museen
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Das Museum lässt sich auch interaktiv erleben.
In einem separaten Raum auf jedem Stockwerk gab es Angebote für Kinder.
Die interessierten Besucherinnen und Besucher entdecken das Haus der Museen.
Markus Dietler, Direktionsleiter Präsidium (ganz rechts), übergibt Peter Flückiger, dem Leiter des Haus der Museen (ganz links), symbolisch einen Schlüssel. In der Mitte Karin Zuberbühler (links) und Luisa Bertolaccini (rechts).
Stadtpräsident Martin Wey (links) und Landammann Roland Fürst schneiden vor der Eingangstüre zum Haus der Museen das Band dur

Besucher im Haus der Museen

Remo Fröhlicher

Ereignisse: Chronik einer Entstehungsgeschichte

- 1872: Das Naturmuseum Olten wird eröffnet.

- 1902: Das Historische Museum Olten wird gegründet.

- November 2008: In Koordination mit den Vorhaben Parkhaus Munzingerplatz und Begegnungszone Innenstadt sollen die Grundlagen für einen Wettbewerb Neubau/Sanierung Museen erarbeitet werden. Angesichts der Grösse des Gesamtvorhabens beantragt der Stadtrat dem Gemeindeparlament, bereits zu jenem Zeitpunkt einem entsprechenden Investitionskredit zuzustimmen.

- März 2009: Das Parlament stimmt der Weiterführung der drei städtischen Museen – Historisches Museum, Kunstmuseum und Naturmuseum – als eigenständige Institutionen zu.

- März 2016: Der Stadtrat will die städtischen Museen in Zukunft – wenn auch mit reduzierten Kosten – weiterführen. Vor diesem Hintergrund sollen das Historische Museum und neu das Naturmuseum – neben dem Archäologischen Museum des Kantons Solothurn – im geplanten Haus der Museen an der Konradstrasse 7 konzentriert werden. Das Parlament stimmt einem Nettokredit von 5,9 Mio. Franken für das Projekt Haus der Museen mit 43:1 Stimme zu.

- Juni 2016: Mit einem Ja-Anteil von über 82 Prozent genehmigen die Oltnerinnen und Oltner das Haus der Museen. Dort, wo damals das Historische Museum Olten und das Archäologische Museum Kanton Solothurn beheimatet sind, wird neu auch noch das Naturmuseum einziehen.

- August 2017: Vorbereitungsarbeiten zum Umbau starten.

- November 2017: Der Rohbau wird in Angriff genommen.

- November 2019: Das Haus der Museen wird eröffnet.

Die Oltnerinnen und Oltner eroberten am Wochenende ihr neues Haus der Museen in Scharen. Aber auch viele Besucher aus der Region und einige Weitgereiste erkundeten an den beiden Eröffnungstagen die neuen Wege durch das Naturmuseum, das Historische Museum und das Archäologische Museum des Kantons Solothurn. Waren die Massen im neuen Eingangsbereich auf der Ostseite und im «Magazin», das durch den Umbau zu einem eigentlichen Museumsrestaurant geworden ist, manchmal geballt, so verteilten sie sich in den Ausstellungsräumen gut. Wer mehr als einen ersten Eindruck gewinnen und seine Neugier stillen wollte, fand durchaus auch schon Raum und Zeit, um die Exponate gründlich anzuschauen. Obwohl den Dauerausstellungen drei unterschiedliche Gestaltungskonzepte zugrunde liegen, galten die vielen positiven Urteile stets dem ganzen Haus. Trotz etwas geringerer Ausstellungsfläche als früher wirkt das Arrangement luftiger und farbiger, die Objekte sind anschaulich präsentiert und ermöglichen oft einen interaktiven und multimedialen Zugang.

Dass «weniger manchmal mehr» sein kann, wie Stadtschreiber Markus Dietler an der offiziellen Eröffnung formulierte, können wohl die meisten Interessierten nach dem Wochenende unterschreiben. Der Weg zur schweizweit einzigartigen Vielfalt von drei Dauerausstellungen unter einem Dach habe zwar einige graue Haare erzeugt, doch als Belohnung habe man nun «den Batzen und das Weggli». Der Leiter der Direktion Präsidium im Stadthaus überreichte in seiner Funktion als Museumschef dem vor Ort verantwortlichen Trio symbolisch einen Schlüssel.

Die drei Museen und ihre Leitgedanken

Luisa Bertolaccini, die Leiterin des Historischen Museums, wird das Zeichen für den Eröffnungs- und Freudentag in ihre Sammlung integrieren. Sie wies das sitzende und stehende Publikum im Konradsaal auf die Spezialitäten bei der Verwendung des reichen Fundus hin: Die Ausstellung sei eher thematisch als chronologisch, offen und semipermanent angelegt, sodass Auswechslungen möglich sind. Eine so einmalige Geschichtswerkstatt erlaube es den Besuchern auch, zu erfahren, welche handwerkliche Arbeit die Objekte erst anschaulich mache.

Peter Flückiger als Leiter des Hauses der Museen führte als Moderator durch den ersten Tag und gestaltete auch die Vernissage der ersten Sonderausstellung im 4. Stock. Als zusätzlicher Leiter des Naturmuseums beleuchtete Flückiger dessen Unterteilung in das geologische und biologische Olten. Ein Alleinstellungsmerkmal des Hauses sei «Das grosse Fressen», die Ausstellung, die in neuartiger Art und Weise die verschiedenen Ernährungsweisen der Lebewesen thematisiere.

Hinweis

Das Haus der Museen ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Für Schulklassen auf Voranmeldung schon ab 8 Uhr. Weitere Infos sind zu finden auf: www.hausdermuseen.ch

Der Leitgedanke des kantonalen Archäologischen Museums bestehe darin, sagte Leiterin Karin Zuberbühler, aus den Hinterlassenschaften von 80'000 Jahren Geschichten in einem nun zeitgemässen Rahmen zu erzählen. Mit einem aussergewöhnlichen hohen Beitrag aus dem Lotteriefonds habe der Kanton sein Interesse unterstrichen, als Juniorpartner im Haus der Museen zu bleiben und die enge Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum fortzuführen, unterstrich Landammann Roland Fürst an der Eröffnungsfeier.

Baudirektor Thomas Marbet skizzierte den auch wegen drei Bestellern anspruchsvollen Prozess hin zum Haus der Museen. Am Ende habe der Oltner Pragmatismus gesiegt: «Man macht aus Bestehendem das Beste, mehr gibt es nicht.» Nach dem Bau sei vor dem Bau, knüpfte der Stadtrat an das Versprechen an, das schon Martin Wey geäussert hatte. Der Stadtpräsident sagte nach seinen Dankesworten, dass die erste schwierige Hürde für die Museumserneuerung genommen sei, nun folge die zweite mit dem Kunstmuseum. Doch vorerst gilt es, auch die Früchte zu ernten. Wey gab bei der Begrüssung der Bevölkerung der Hoffnung Ausdruck, dass das neue Haus so attraktiv sei, dass es zu einem «touristischen Aushängeschild» werde.

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