Budget

Aufwandüberschuss und Säli-Schlössli beschäftigen Oltner

Der Gastrobetrieb im Säli-Schlössli ist grosses Thema in der Bürgerschaft. (Archiv)

Der Gastrobetrieb im Säli-Schlössli ist grosses Thema in der Bürgerschaft. (Archiv)

Die Bürgerschaft verabschiedet das Budget mit 350000 Franken Defizit und sucht nach der Zukunft seines Gastrobetriebs. Wie soll es mit dem Säli-Schlössli weitergehen?

Es gab nicht so wahnsinnig viel zu reden, das Budget 2016 der Bürgerschaft Oltens. Klar, der prognostizierte Aufwandüberschuss von rund 350 000 Franken war nicht dazu da, die Mienen aufzuhellen.

Aber er war eher eine Notiz am Rande. Was einige aus der Bürgerschaft spürbar mehr umtreibt: die Zukunft des Säli-Schlössli, das eigentliche Sorgenkind der Bürgergemeinde.

Der Gastrobetrieb mit wechselvoller Vergangenheit wird langsam zum veritablen Thema, wie die Bürgerversammlung am Montagabend zeigte. Man wisse bald nicht mehr, obs noch ein Restaurant oder eben keines mehr sei, gab einer aus der 16-köpfigen Versammlung zu verstehen.

Nicht immer glücklich

Dass sich die interimistische Zusammenarbeit mit dem Pächter, der im vergangenen Sommer den Betrieb partiell führte, nicht immer unter einem glücklichen Stern abgewickelt hatte, machte Bürgerpräsident Felix Frey nur ungern zum Thema.

Etwas plakativ ausgedrückt: Zumindest vertragswidriges Verhalten (Nutzung von Räumlichkeiten ausserhalb der Abmachungen) sowie mangelnde Kommunikation (eigenmächtige Gestaltung der Öffnungszeiten) hielt man dem Pächter vor, welcher der Bürgergemeinde seinerseits Konzeptlosigkeit vorgehalten hatte.

Die Schilderungen des Bürgerpräsidenten gerieten aber nicht zum imaginären Schlagabtausch; Frey hielt sich sehr zurück und gab sich bei seinen Ausführungen durchaus konziliant.

Ebenfalls für etwas Irritation sorgte die Frage, was denn nun mit den für den Schlag markierten Bäumen am Ruttigerweg geschehe. Quasi der ganze Baumbestand am Bord zum Steinacker sei markiert.

Dort wurden vor Monaten mal per Helikopter Baumstämme ausgeflogen. Aber seit längerer Zeit sei nun nichts mehr passiert. Die Antwort, dass diese Arbeiten in der Verantwortung des Försters lägen, vermochte nur teilweise zu befriedigen.

Der Satz «Das müsste der Rat doch auch wissen» zirkulierte in der Versammlung. Ebenfalls moniert wurde die «Mohrerei» rund ums Känzeli, wo nach Ansicht einiger Versammlungsteilnehmer wieder mal eine Instandstellungs- und Aufräumaktion angesagt wäre.

rey meinte dazu, die BG sei nicht in der Lage, eine Putzequipe zu unterhalten. Basta.

70 000 Franken fürs «Schlössli»

Item: Einmal mehr gab sich der Bürgerrat zuversichtlich, auf die kommende Saison hin den Betrieb seiner Bestimmung übergeben zu können. Worauf dieser Optimismus fusst, blieb allerdings im Dunkeln. Man halte an der Absicht fest, die Lokalität für eine breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen, so der Rat.

Im Budget jedenfalls erscheint einmal mehr eine fünfstellige Summe (70 000 Franken) in der Spalte Aufwand, um den Betrieb «in Schwung zu bringen», wie es an der Versammlung hiess.

Ebenso rechnet der Rat mit Mieteinnahmen (28 000 Franken). Die fragende Bemerkung, ob der Laden wirklich eine Zukunft habe, blieb nicht aus. Wenn man bedenke: ungünstige Anreise, wenig Auslaufmöglichkeiten, verändertes Freizeitverhalten und, und, und.

Guter Rat ist also teuer dort oben beim Schlössli, das eigentlich gar kein Schlössli ist. Sich mit den Betreibern des Gasthofes auf dem Engelberg kurzschliessen, um allfällige Tipps und Strategien zu entwickeln, kam auch noch als wohlmeinender Ratschlag daher.

Das Budget an sich

Der Aufwandüberschuss von 351 000 Franken resultierte aus der Bürgerrechnung (–302 400 Fr.); der Hofgüterrechnung (–194 294 Fr.) sowie der Volkswirtschaft (–48 900 Fr.) sowie den Aktivpositionen Liegenschaftenrechnungen (5000 Fr.), Liegenschaften Platanen (181 900 Fr.) sowie der Bildung (7400 Fr.), während sich der Geschäftsbereich Soziale Wohlfahrt ausgeglichen präsentiert.

Das Defizit vermochte Frey insofern zu relativieren, als dass er den Finanzausgleich unter den Bürgergemeinden (121 000 Fr.; BG Olten ist Aktivzahlerin) und die ordentlichen Abschreibungen (Alters- und Pflegeheim Weingarten) in Höhe von 535 000 Fr.) dafür verantwortlich machte. Im Übrigen wäre der Voranschlag absolut im Rahmen, meinte Frey.

Alle traktandierten Geschäfte passierten einstimmig; auch jenes des überarbeiteten Reglementes über die Ausbildungsbeiträge. Neu werden keine Darlehen mehr vergeben.

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