Olten

Am Ruttiger Adventsmarkt stimmen sich die Besucher auf die Weihnachtszeit ein

Der 18. Ruttiger Adventsmarkt ist beliebt wie eh und je. Der gesellige Moment steht im Vordergrund.

Wo man auch hinkommt auf dem Gelände des Ruttigerhofs in Olten: Gute Stimmung, null Hektik, gesellige Treffen. «Es spielt keine grosse Rolle, wie das übrige Angebot an Advents- und Weihnachtsmärkten aussieht. Wir haben immer etwa gleich viele Besuchende», sagt Philipp Hengartner, der zusammen mit Ehefrau Karin den Markt zum 18. Mal organisiert. Das mag damit zu tun haben, dass Hengartners auf Liebhaberei setzen. «Von professionellen Anbietern nehmen wir eher Abstand», sagt Hengartner. Gut 40 Anbieter sind im Ruttiger mit kleinen Chalets vertreten; zwei, drei weniger als im Vorjahr. «Wir sind auch bestrebt, immer wieder mal einen neuen Anbieter zu präsentieren; und manchmal kann der eine oder die andere eben am vorgesehenen Datum nicht dabei sein.» Zum dritten Mal übrigens findet der Markt an zwei Tagen statt, was aber nicht mehr Besuchende lockt. «So verteilt’s sich eben auf zwei Tage», sagt der Mitorganisator. Viel entscheidender sei das Wetter. Und mit dem Eindunkeln setze erfahrungsgemäss noch einmal ein Besucherschub ein. Was bei ganzem Adventszauber raus schaut? Hengartner sagt: «Wenn wir die Umtriebe decken können, ist’s gut.» Rund 400 Arbeitsstunden stecken hinter der Organisation des Marktes.

Vom Biohonig aus Portugal bis zum Nektarinenlikör

Das Marktangebot ist reichlich. Ponyreiten, Brot und Zopf, Omeletten, Biohonig aus der Westalgarve Portugals, Nektarinenliköre, textile Werke oder etwa Schmuckkollektionen stehen im Angebot. So wie jene aus der Oltech GmbH in Olten, deren Mitarbeitende mitunter sogar für das eigentliche Produktedesign sorgen, wie Petra und Reto Geiser erklären. Vieles entstehe aus Restprodukten der industriellen Fertigung. Und weil die Dinge schwergewichtig sind und nicht einfach unter dem Arm genommen werden können, bringt die Oltech das Gewünschte auch ins Haus. «Aber eigentlich will der Betrieb hier gegenwärtig sein und sich präsentieren», sagen die Geisers.

Fürs textile Angebot etwa stehen Vreni Liechti und Monika Christ vom Träffpunkt Ruttiger. «Die Kundenkontakte am Markt hier zählen schon, weiss Vreni Liechti. Nicht selten holen sich Marktbesucher denn auch tatsächlich Rat am Chalet, das liebevoll zurechtgemacht daherkommt. Aber auch hier gilt der Leitsatz: Dabei sein ist wichtig. Wer einfach nur auf einen Schwatz vorbeikommt, der wird mit einem «Tee avec» verköstigt. Kontakt schaffen ist eben alles.

Neben «Tee avec» gibts auch den klassischen Marronimann. Richard Tassile übernimmt heuer erstmals diese Rolle im Ruttiger. Für ihn reines Hobby. «An der Mio wurde ich von Karin Hengartner gefragt, ob ich als Marronibrater mitmachen könnte, da der bisherige ausfalle.» Tassile konnte. Und ist zufrieden. Etwas Sorgen machen ihm aber die Termine. «Marroni bekomme ich von meinem italienischen Lieferanten frühestens Ende September.» Dann erst beginne die Saison. Insofern liegt der Ruttigermarkt also auch für den Marronibrater absolut richtig.

Autor

urs huber

urs huber

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