«knapp live» geht mit je zwei Veranstaltungen im April und September ins dritte Jahr. Das Format des einheimischen Knapp Verlags präsentiert in der Oltner Schützi ein Programm mit grossen Namen: Franz Hohler, Julian Sartorius, Lisa Christ, Lara Stoll, Dominik Muheim, Ruedi Stuber, Daniela Dill oder Hanspeter Müller-Drossaart. Mit dabei ist auch eine kleine Bigband.
«Unserer Philosophie bleiben wir im dritten Jahr treu», sagt Verleger Thomas Knapp.

Bei «knapp live» sei das Aussergewöhnliche eben Programm. Denn diese Veranstaltungen seien in dieser Form und Zusammensetzung nur in der Oltner Schützi zu sehen. Das lockt auch Publikum an. In den letzten beiden Jahren kamen im Schnitt über 200 Leute pro Abend in die alte Turnhalle. Heuer soll die Erfolgsgeschichte fortgesetzt werden. An den vier Abenden vom 25. und 26. April sowie 19. und 20. September werden rund 30 Künstlerinnen, Autoren, Musiker und Kabarettisten auftreten.

Einer der Höhepunkte wird der Auftritt von und mit Franz Hohler sein. «Er hat uns ein Leben lang als Kabarettist, Autor und kritischer Zeitgenosse begleitet. Es ist eine Ehre, ihm eine Bühne zu geben», sagt Knapp.

Auftakt mit Vitamin-Humorspritze

Wenn der Wortsaft aus dem wilden Fruchtfleisch der Orange tropft, hat das die Wirkung einer Vitamin-Humorspritze. Das Publikum darf sich am 25. April auf Lisa Christ, Dominik Muheim, Lara Stoll und Ruedi Stuber freuen. Slammerin Lisa Christ setzt zum Sprung auf die Kabarettbühnen an, schreibt neuerdings auch Bücher. Ihr Erstling «Im wilden Fruchtfleisch der Orange» wird an diesem Abend getauft.

Zu Gast ist mit Dominik Muheim ein Schweizer Meister im Poetry Slam. Er erlebt Geschichten, schreibt sie nieder und erzählt sie, wenn man ihn auf eine Bühne stellt. Mit dabei ist auch das Energiebündel Lara Stoll, die seit über einem Jahrzehnt mit ihrem literarischen Talent die Kabarett- und Literaturszene bereichert. Der Senior unter den jungen Wilden ist Ruedi Stuber, das Liedermacher-Urgestein aus Riedholz. Seine Texte sind vollgepackt mit fein gereimten Kleinigkeiten. Sie wissen nicht, wie ihnen geschieht. Aber sie spüren, dass sie anders sind als andere.

Am 26. April versucht Urs Heinz Aerni die Talente von Künstlern zu «therapieren». Daniela Dill, die nicht weiss, warum sie für die Poetry slammt und immer wieder neue Fans am Hals hat. Nicole Johänntgen, die versucht herauszufinden, ob sie einfach nur genial das Saxofon spielt oder ob nicht das Instrument mit ihr spricht. Anette Herbst, die sich selber die Frage stellt, ob ihr Humor und die gute Laune auch wirklich angeboren sind. Und zu guter Letzt Hanspeter Müller-Drossaart, dem noch nicht ganz klar ist, warum es ihn immer wieder auf die Bühne oder vor die Filmkamera zieht, obwohl ja das wahre Wort sein Ding ist.

Am 19. September wird die Schützi-Bühne zur Bar. Und darin tummeln sich die verschiedensten Leute. Die Literatin Sibylle Ciarloni lässt Männer Gitarre spielen. Männer können auch über Probleme reden. Manchmal unfreiwillig, wie der bekannte Krimiautor Roger Strub, der einen erfolglosen Krimiautoren spielt und der Bloggerin Sophia alias Stefanie Strahm sehr intime Sachen erzählt. Mannskram eben. In dieser Bar übt Crossbeat für das nächste Konzert.

Die Bigband aus der Region Olten/Zofingen serviert swingenden Jazz, groovige Rhythm and Blues und eingängigen Pop. Crossbeat sind die Sängerin Gabriela Grob-Siegenthaler und die neun Männer Walter Grob (Bandleader), Ernst Käser, Franz von Büren, Daniele Fabbro, Heinz Merz, Martin Zimmerli, Cyrill Müller, Norbert Winistörfer und Ernesto Gloor.

Abend von und mit Franz Hohler

Wir sassen vor dem Fernseher und waren mittendrin im «Spielhaus». Wir sind mit Franz Hohler aufgewachsen und erwachsen geworden. Wir haben seine Bücher gelesen und seine Kabarett-Programme gesehen. Nun tritt er am 20. September in der Schützi auf.

«Ein Abend mit Franz Hohler, Wortzeug, und Julian Sartorius, Schlagzeug» heisst das Programm. Der Thuner Perkussionist gehörte einst zur Band von Sophie Hunger und hat mehrere Soloalben produziert. Die NZZ schrieb über ihn: «Julian Sartorius ist kein Schlagzeuger, der brav Stöcke und Besen schwingt. Sein Spiel ist ständige Klangforschung.»

Franz Hohler muss eigentlich nicht vorgestellt werden. Er ist eine Institution im deutschsprachigen Kulturbetrieb. Da genügt schon ein kurzer Blick auf sein Schaffen: Er wurde bis heute mit 26 renommierten Auszeichnungen geehrt. Er hat über 70 Bücher geschrieben und 17 Kabarettprogramme gespielt. Er hat Fernsehen und Radio gemacht. Er hat viele andere Künstler unterstützt – und er ist der Entdecker von Emil. (mgt/otr)