Niederamt

Altersheime gestalten den Alltag so vielfältig wie möglich trotz dem Corona-Virus

Das Leben verläuft fast wie normal im Altersheim Brüggli in Dulliken.

Das Leben verläuft fast wie normal im Altersheim Brüggli in Dulliken.

Das Personal der Niederämter Altersheime setzt alles daran, das Leben der Bewohner wie gewohnt verlaufen zu lassen.

Hinter den Baustellengittern, die rund um den «Brüggli»-Park in Dulliken angebracht wurden, steht das Leben nicht still. Soll es auch nicht: Das Pärkli ist für die Öffentlichkeit geschlossen, damit die im Altersheim lebenden Menschen weiterhin an die frische Luft und die Geissli besuchen können, die in einer Ecke des Parkes in ihrem Gehege grasen. Oder aber die Senioren geniessen einfach die warme Märzsonne.

Das ganze Personal ist in Zeiten der Abschottung wegen des Corona-Virus besonders mobilisiert, um den Alltag der betagten Bewohner möglichst spannend zu gestalten. «Wir wollen unbedingt Lagerkoller verhindern», sagt Patrick Albiker, Leiter des Zentrums.

Drakonische Hygienemassnahmen, personelle Engpässe

Denn zum Schutz dieser Risikobevölkerung haben das Pflegepersonal, aber auch die Reinigungseinheiten und das Sekretariat viele Herausforderungen zu bewältigen, die auch den Alltag umkrempeln: Anlässe sind abgesagt, Besucherempfang verboten. Es herrschen drakonische Hygienemassnahmen. Die Mahlzeiten finden in grösseren Räumlichkeiten statt, um Abstand voneinander zu halten.

Darüber hinaus ist das Personal etwas ausgedünnt: Vier Mitarbeitende bleiben vorsichtshalber in Selbstisolation zu Hause, was den Dienstplan durcheinanderbringt, zu Überstunden führt und die Pflegeleitung dazu zwingt, Prioritäten zu setzen.

Alpakas und Bibeli zur Ablenkung

Das Altersheim hat deshalb einige Projekte vorgezogen: Bald kommen Alpakas in den Park und junge Bibeli. Damit die Bewohner weiterhin einen bereicherten erleben können. Albikers Hauptbotschaft: «Wir nehmen die Situation ernst, bleiben aber ruhig.» Keine Panik. Die herrsche auch nicht, das ganze Personal verhalte sich vorbildlich. «Ich bin stolz auf meine Leute», sagt er.

Dass momentan kein Stein auf dem anderen bleibt, bestätigt auch Markus Hunn vom «Haus im Park» in Schönenwerd. Seit Beginn der Woche ist ein striktes Besuchsverbot in Kraft, und da das Team die Priorität auf das Wohl der Bewohner setzt, hat er deshalb höflich unsere Medienanfrage zurückgewiesen. Auch das Team des «Schlossgartens» in Niedergösgen war momentan zu beschäftigt, um mit uns zu reden.

Outdoor-Pianisten vom Balkon aus hören

Indes informiert der Mediensprecher der Tertianum-Gruppe, dass die Häuser des Altersheimes «Trimbach Im Oasis» getrennt wurden und dass der gemeinsame Speisesaal im einen Haus nur noch von der Hälfte der Gäste genutzt wird, während die andere Hälfte in kleineren Speisesälen essen. Auch hier können Spaziergänge in der Natur in Begleitung der Mitarbeitenden durchgeführt werden. Ausserdem soll nächste Woche ein Outdoor-Pianist auftreten, der von der Terrasse oder vom Balkon aus zu hören sein wird.

Die Zukunft: ungewiss. Die Versorgung an Schutzmaterial dürfte zunehmend schwierig werden. Momentan sind im «Brüggli» und im «Oasis» noch Vorräte vorhanden. Spitäler haben jedoch oberste Priorität. Beim Brüggli rechnet Albiker damit, dass der Betrieb stärker beeinträchtigt werden könnte: «Wir versuchen, proaktiv Prioritäten zu setzen.» Im «Oasis» bleibt nicht ausgeschlossen, dass Mitarbeitende, insbesondere in der Pflege, ebenfalls Überstunden leisten müssen.

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