Olten

Aare Energie AG: Das neue Betriebsgebäude bleibt lediglich ein Luftschloss

Bleibt unbebaut: Das Dünnerngelände (Bildmitte), das für das neue Betriebsgebäude der a.en vorgesehen war.

Bleibt unbebaut: Das Dünnerngelände (Bildmitte), das für das neue Betriebsgebäude der a.en vorgesehen war.

Wegen Entflechtung und Redimensionierung der Aare Energie AG bleibt der Neubau auf dem Dünnerngelände aus.

Es wird nichts aus dem neuen Betriebsgebäude der Aare Energie AG (a.en) auf dem Dünnernareal in Olten. Gestern hat die Betriebsgesellschaft bekannt gegeben, auf den Neubau zu verzichten. Grund: Nach der Entflechtung der a.en ab 2018 zwischen der Aare Versorgungs AG (AVAG) und der städtischen Betriebe Olten (sbo) sei das Projekt durch die sbo, künftig alleinige Besitzerin der a.en, finanziell nicht zu stemmen, so a.en Verwaltungsratspräsident Ernst Zingg. Zudem wäre das Gebäude für die nach der Entflechtung redimensionierte a.en deutlich zu gross (siehe Kasten).

Damit platzt ein Traum aus vergangenen Tagen. Idee und Konzeption eines neuen Betriebsgebäudes für die Bedürfnisse der a.en stammen noch aus einer Epoche, als die Bäume in den Himmel zu wachsen schienen. Nachdem die sbo im Jahr 2000 per Volksabstimmung in die rechtliche Selbstständigkeit entlassen wurden und die AVAG als Versorgungs AG aus der seinerzeitigen Atel ausgegliedert wurde, folgte im Jahr darauf (2001) die Gründung der heute noch tätigen a.en als Betriebsgesellschaft beider Dienstleister. Ein hoch rentables Dreigestirn war geboren.

Zentralisieren als Maxime

Just diese a.en schickte sich zum Ende der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts an, ihre damals dezentralen Standorte auf dem Dünnernareal in einem neuen Betriebsgebäude zu konzentrieren. «Das Projekt stand mit gut 25 Mio. Franken zu Buch», sagt Beat Erne, Leiter Marketing und Kommunikation bei der vermeintlichen Bauherrschaft.

Allein: Das Vorhaben stand unter keinem guten Stern. Im Jahr 2010 eingereicht, unterlag die Bauherrin im Frühling 2012 in einem Rechtsstreit vor Verwaltungsgericht, weil der gesetzlich vorgeschriebene Bauabstand zum Dünnernufer unterschritten wurde. «Es ist ärgerlich und schade, dass wir die Synergien noch nicht verwirklichen können», kommentierte Erne den seinerzeitigen Entscheid des Verwaltungsgerichts.

Grundsätzlich aber hielt die Bauherrschaft an Standort und Projekt fest, nachdem in den Jahren 2011 bis 2014 der Baugrund von wesentlichen Altlasten im Boden befreit worden war. Damals ging man bei der a.en noch davon aus, 2016 ein neues Baugesuch einzureichen. Man könne nicht einfach die alten Pläne aus der Schublade nehmen, weil man Platz für 20 Mitarbeitende mehr benötige, so das Argument damals. Frühestens 2018, so rechneten die Verantwortlichen der a.en, könnte der Neubau Tatsache sein.

Alpiq durchkreuzt Pläne

Es kam anders: Im Juni 2016 gab die in Schieflage geratene Alpiq nicht unerwartet den Verkauf ihrer AVAG (damals Alpiq Versorgungs AG) bekannt. Für 312 Mio. Franken ging das Paket an die EBM und zwei kleinere Partner. Damit war das einstige erfolgreiche Dreigestirn gesprengt. Die EBM ist nördlich des Juras und in den Geschäftsfeldern Netz, Strom- und Nahwärmeversorgung zu Hause; wogegen die a.en auch im Gas- und Wassergeschäft tätig ist. Diese Geschäftsfelder werden nun per Anfang 2018 entflochten und voraussichtlich um den Jahreswechsel 2019/2020 beendet sein.

Der Baugrund am Dünnernufer bleibt weiterhin im Besitz der a.en. Gemäss Erne ist nicht geklärt, wie mit dem Grundstück künftig zu verfahren sei. «Konkrete Pläne jedenfalls liegen nicht vor», so der Kommunikationschef. Die Altlastensanierung unter Federführung des kantonalen Amtes für Umwelt wird allerdings weitergeführt.

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