Solidarität wurde am diesjährigen 2-Stunden-Lauf mit aussergewöhnlicher Prägnanz zum Ausdruck gebracht. Denn die Zusammenarbeit der Läufergruppe Derendingen und des Gewerkschaftsbundes Solothurn ermöglichte 21 Asylsuchenden die Teilnahme an der 29. Ausgabe des traditionsreichen Sponsorenlaufes. Mit jeder Runde kam auf dem Ildefonsplatz ein Stempel hinzu, der bei den aus Afghanistan, Eritrea und Somalia stammenden Flüchtlingen und ihrer Mentorin Bernadette Flück von der Läufergruppe Derendingen strahlende Gesichter hinterliess.

«Sie werden immer schneller und schneller, unsere laufstärksten Männer können nicht mehr mit ihnen mithalten», freute sich Flück hinter dem Stempelpult nach zwei vollen Stunden. Elf Jahre amtete Bernadette Flück einst als Präsidentin der Läufergruppe Derendingen – «für mich ist der Verein wie eine Familie und ich glaube, das spüren sie auch», sprach Flück von einem Prozess, dessen es bedurfte, bis die Asylsuchenden ihre Scheu abgelegt und mit der Zeit das Vertrauen gewonnen hätten.

21 Asylsuchende am Start

Vor rund vier Monaten begann der Verein aus Derendingen, auf Initiative des Sozialdienstes Wasseramt Ost hin, seine Trainings gemeinsam mit den Asylbewerbern zu gestalten. In Zusammenarbeit mit der Ultra-Marathonläuferin und Sozialarbeiterin Gabriele Werthmüller stellte Olaf Wirtz, Leiter des Sozialdienstes Wasseramt Ost, den Kontakt mit der Läufergruppe Derendingen her.

Inwiefern die Integration der Asylbewerbenden für Wirtz eine Herzensangelegenheit ist, bewies der Sozialdienstleiter am 2-Stunden-Lauf mit seiner Anwesenheit in Olten. «Ein Anlass wie dieser gibt den Asylsuchenden Selbstvertrauen, stellt den Kontakt zur Gesellschaft her und bietet ihnen die Möglichkeit, durch das Laufen auch etwas zurückzugeben», führt Wirtz hinter dem Projekt stehende Gedanken aus.

«Viele von ihnen legten auf ihrer Flucht grosse Distanzen zu Fuss zurück», weiss Bernadette Flück über die Erfahrungen einiger Asylbewerber bescheid. Insbesondere die eritreische Fraktion bewies beim 2-Stunden-Lauf eine beeindruckende Ausdauer-Leistungsfähigkeit.

Allen voran Eyob Demoze flog die geschlagenen zwei Stunden regelrecht über den Rundkurs. Der 20-jährige Eritreer totalisierte am Ende 32 Kilometer – einen Wert, der an diesem Tag einzigartig blieb.

Das Jahr vor dem Jubiläum

Anlässlich der Feuertaufe des neuen OK-Präsidenten Klaus Kaiser war die Strecke erstmals von vier Bands gesäumt, welche mit musikalischer Unterstützung das spezielle Ambiente des 2-Stunden-Laufs miterzeugten, nimmermüde Antreiber waren und letztlich zum erfreulichen Ergebnis beitrugen: Mit 87 500 Franken wurde von 484 Teilnehmenden auf einer summierten Strecke von 7427 Kilometern eine noch nie erreichte Erlössumme erzielt.

Die Unterstützungsgelder kommen heuer der in Bangladesch tätigen Stiftung Horyzon und der Oltner Tagesstätte Sonnegg – zur Verbesserung der Infrastruktur – zugute. «Es ist das Jahr vor dem grossen Jubiläum», wagte OK-Chef Kaiser bereits einen Blick in die Zukunft und verwies dabei auf das Patronat des Kiwanisclub Olten, ohne welchen der Sponsorenanlass nach dem Rückzug von Emil Stricker nicht mehr tragbar gewesen wäre.Am Samstag war es wieder soweit.

Die Oltner rannten für den guten Zweck. Wie auf der Homepage des 2-Stunden Laufes zu lesen ist, kamen dieses Jahr sagenhafte 85 500 Franken zusammen.

Davon gehen 22 400 Franken an individuelle Gruppenprojekte. 43 400 Franken sind für ein Projekt von Horyzon in Bangladesh und 21 700 Franken kommen einer Verbesserung der Infrastruktur der Tagesstätte Sonnegg in Olten zu Gute. Insgesamt rannten 484 Personen zusammen 7427 km.