Die Prostituierten in Olten sind wütend: Die Stadtpolizei patrouilliert mit ihrem Auto am Strassenstrich und vermiest ihnen das Geschäft. Doch damit nicht genug: Wie «TeleM1» berichtete, soll es ein einzelner Polizist gewesen sein, der seine Runden auf der Haslistrasse dreht. Stadträtin Iris Schelbert, zuständig für die Öffentliche Sicherheit, ist nach wie vor überzeugt: «Die Vorwürfe sind nicht gerechtfertig.»

In der Tat führte die Stadtpolizei in den Nächten von Samstag bis Montag Kontrollen beim Freier-Verkehr durch. Dies, weil nach diesem Winter viele Reklamationen von Liegenschaftsbesitzern und Mietern eingegangen waren. Parkplätze und Vorplätze seien verdreckt gewesen, sagt Schelbert. «Sie waren gepflastert mit gebrauchten Präservativen, leeren Getränkedosen und sonstigen Dingen, die die Frauen in der Nacht so benötigen.»

Klare Vorschriften für den Verkehr

Diese Unordnung will der Stadtrat nicht länger dulden. Ein weiteres Problem: Die Freier respektieren nicht das strikte Halteverbot in den Bereichen der Kreisel, die die 300 Meter lange Haslistrasse einfassen.

Auch am Strich gäbe es klare Verkehrsvorschriften, sagt die Grüne Stadträtin. Am Strassenrand hingegen, dürften die Herren nach wie vor anhalten. Das sei kein Problem. Die Stadtpolizei führt deshalb auch weiterhin stärkere Kontrollen durch. Präventiv auf den Sommer hin.

Kein Wildwuchs

«Die Kontrollen haben die Frauen sehr aufgeschreckt», so Schelbert. Die Gemeinde wolle die Frauen auf keinen Fall schikanieren. Sie persönlich habe grosses Verständnis für deren Sorgen. Auch gäbe es durchaus Frauen, die ihren Abfall einsammeln würden. «Diese Prostituierten leiden unter den anderen, die nicht Ordnung halten können.»

Wildwuchs will Olten nicht dulden: «Strassenstrich ja - aber nur auf 300 Meter», sagt Schelbert. Eine Vergrösserung des Strassenstrichs könne Olten jedoch nicht zulassen. «Der Strassenstrich muss da bleiben, wo er ist», resümiert die Stadträtin.