Kriminalität
Oh, du fröhliche Diebstahlzeit ...

In der Vorweihnachtszeit gibt es leider nicht nur jene Leute, die geben – es gibt vermehrt auch solche, die nehmen: Taschendiebe und Ladendiebe.

Béatrice Kaufmann
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Hansjörg Sahli

Bevor die besinnliche Weihnachtszeit beginnt, müssen Herr und Frau Schweizer die Vorweihnachtszeit bewältigen – die stressigste Zeit im Jahr. Warenhäuser werden überrannt, in Boutiquen tritt man sich gegenseitig auf die Füsse und in Spielzeugläden kämpft man um die letzte Playmobil-Ritterburg. In diesem Gedränge ist der Kunde gerne einmal unaufmerksam und wird Opfer von Taschendieben. Sowohl die Kantonspolizei Solothurn als auch die Stadtpolizei Solothurn bestätigen, dass sich die Fälle gerade in der Vorweihnachtszeit häufen. «Seit dieser Woche erhalten wir wieder vermehrt Meldungen von Taschendiebstählen», stellt Peter Fedeli, Kommandant der Stadtpolizei, fest. Vor Weihnachten sind sehr viele Leute unterwegs, die meisten sind auf den Einkauf konzentriert und legen ihr Portemonnaie zuoberst in die Tasche. So haben Taschendiebe ein leichtes Spiel – und die Festtagsvorfreude ist dahin.

«Taschen zu und Augen auf»

Um den Dieben zuvorzukommen, ist die Kantonspolizei in den nächsten Wochen im Ladendorf in Langendorf und im Gäupark in Egerkingen präsent, um Kunden zu sensibilisieren. «Wir machen die Menschen auf Taschendiebstähle aufmerksam und verteilen Flyer», so Thalia Schweizer, Mediensprecherin der Kantonspolizei. «Taschen zu und Augen auf», lautet dabei das Motto. Die Stadtpolizei macht zurzeit mittels Plakaten auf die Problematik aufmerksam. In den Läden wird zudem erhöhte Präsenz markiert. Die uniformierten Polizisten sollen Diebe abschrecken. «Denn diese Diebstähle finden nicht auf der Gasse statt, sondern im Ladeninnern», erläutert Fedeli die Massnahme.

Doch es gibt auch Diebe, die ohne gestohlenes Portemonnaie auskommen: die Ladendiebe. Die Umfrage zeigt, dass sich die Situation hier weniger brisant gestaltet. «Uns werden mehr Taschen- als Ladendiebstähle gemeldet», gibt Fedeli Auskunft. Auf Anfrage zeigen sich die Filialleiter in den Läden dennoch sensibilisiert für das Thema. «Wir arbeiten sehr personenintensiv», sagt Margrit Bohnenblust, Filialleiterin und Inhaberin Kinderparadies Bohnenblust in Solothurn. In der Vorweihnachtszeit werde das Personal noch mal aufgestockt, damit man möglichst alle Kunden beraten könne. Dabei spiele aber auch die Verhinderung von Diebstählen eine Rolle, ergänzt Bohnenblust. Wahrscheinlich dank dieser Prophylaxe verzeichne sie keinen Anstieg der Diebstahlsversuche in der Vorweihnachtszeit. «Bim Müggli» ist man derzeit ebenfalls aufmerksamer. «Sobald mehr Leute da sind, hat man schon andere Sensoren», erzählt die Geschäftsführerin Susi Furrer.

Diebstähle halten sich im Rahmen

Ähnliche Stimmen hört man aus den grossen Ladenketten Manor, C&A und Lüthy+Stocker. «Wir stellen zwar eine Zunahme an Diebstählen fest, diese halten sich jedoch im Verhältnis zu den Besuchern und zum Umsatz im Rahmen des Durchschnitts», sagt etwa Peter Gadient, Mediensprecher von C&A Schweiz, auf Anfrage. Neben einem guten Überwachungssystem kann die Suteria auf eine Diebstahlsicherung zurückgreifen, die sich aus der Natur der Sache heraus ergibt. Margot Hafner erklärt: «Unsere Confiserie-Artikel sind oft sehr zerbrechlich und in knisterndem Plastik eingepackt. Da wird es schwierig, grössere Mengen unbemerkt in die Taschen verschwinden zu lassen.»