Gerlafingen

Nur Sparen reicht in Gerlafingen nicht mehr

Das Steuereinkommen ist insbesondere beim Stahlwerk bei Weitem nicht mehr so hoch, wie dies noch vor drei, vier Jahren der Fall war.

Das Steuereinkommen ist insbesondere beim Stahlwerk bei Weitem nicht mehr so hoch, wie dies noch vor drei, vier Jahren der Fall war.

Es zeichnete sich bereits letztes Jahr ab und nun ist es Tatsache geworden. In Gerlafingen reichen die Einnahmen bei Weitem nicht mehr aus, um die Ausgaben zu decken.

Bereits das Budget 2011 rechnete in der laufenden Rechnung mit einem Defizit von 4,053 Millionen Franken. Diesem Minus stand aber immerhin noch ein Eigenkapital von 2,435 Millionen Franken gegenüber, das die Rechnung 2010 auswies.

Weniger Einnahmen

Ein erster Entwurf des Budgets 2012 weist nun gar einen Aufwandüberschuss von knapp 4,4 Millionen Franken aus, dies bei Aufwendungen von 34,173 Millionen Franken. Auf der Einnahmeseite ist das Steueraufkommen insbesondere bei den juristischen Personen, sprich dem Stahlwerk, bei Weitem nicht mehr so hoch, wie dies noch vor drei, vier Jahren der Fall war. 2007 und 2008 schloss die Gemeinderechnung jeweils mit Ertragsüberschüssen von drei Millionen Franken.

Die Kehrseite der Medaille zeigt sich aber jetzt. Sowohl beim Finanzausgleich wie auch bei der Subvention der Lehrerlöhne fliessen heute nicht mehr dieselben Beträge in die Gemeindekasse, wie dies noch vor nicht langer Zeit der Fall war.

Auch ein Blick auf den Finanzplan zeigt: Für die kommenden Jahre ist keine Besserung in Sicht. Jahr für Jahr schliesst die Rechnung gemäss diesem Plan mit einem Bilanzfehlbetrag ab. Bilanzfehlbeträge müssen aber innert acht Jahren ausgeglichen sein. Ist dies nicht der Fall, schreitet der Kanton ein und die Gemeinde wird zwangsverwaltet.

Vorher reagieren

«Soweit wollen wir es nicht kommen lassen», erklärte Gemeindepräsident Peter Jordi (SP) an der Gemeinderatssitzung vom Donnerstag. Deshalb sei der Gemeinderat als Gemeindeexekutive jetzt «extrem gefordert». Denn: «Gespart haben wir, wo wir konnten. Jetzt heisst es verzichten», so Jordi weiter. Für Finanzkommissionspräsident Werner Rutsch (FDP) war es deshalb wichtig, «dass alle realisieren, dass es keine Tabus mehr gibt.» Es bringe nichts, nur an einzelnen Budgetposten «herumzuschrauben».

Im Gemeinderat war man sich daher einig, auf eine Detailberatung des Budgets zu verzichten. Einstimmig wurde beschlossen, das Budget an die Kommissionen und an die Fachstellen in der Verwaltung zurückzustellen. Diese haben nun die Aufgabe, sämtliche Ausgabeposten, welche die Gemeinde beeinflussen kann, kenntlich zu machen. Wo der Rotstift dann angesetzt werde, sei dann ein politischer Entscheid, sagte Jordi.

Opfersymmetrie

Wichtig sei aber, dass man die Balance finde. Jordi sprach daher auch von einer Opfersymmetrie. Die Rückstellung des Budgets schlägt sich auch im Terminkalender nieder. Der Gemeinderat wird das Budget zuhanden der Gemeindeversammlung erst im Januar verabschieden. Damit wird die Budgetgemeindeversammlung voraussichtlich erst Mitte Februar über die Bühne gehen.

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