Wird Walter Wobmann neuer Solothurner Ständerat? Ganz klar ja, wenn es nach einem der mächtigsten Branchenverbände in der Schweiz geht. Das lässt aufhorchen: Die Vereinigung Schweizer Automobilimporteure «auto-schweiz» hat erstmals Empfehlungen zu eidgenössischen Wahlen herausgegeben.

Ein Blick darauf lohnt sich, denn schliesslich sind in der Schweiz vom Motorkarren über den Töff bis zum Ferrari rund 5,5 Millionen Motorfahrzeuge registriert. Die grösste Kategorie sind mit 4,1 Millionen die Personenwagen. Auf den Punkt gebracht könnte man sagen, das angesprochene Wählerpotenzial ist riesig.

Wie präsentiert sich das Wahlgeschenk der Autolobby im Kanton Solothurn? Freudensprünge dürfen die Kandidaten der SVP machen. Sechs haben es auf die Liste geschafft. Einzig Walter Wobmann wird für den Ständerat empfohlen. Der sieht sich zu Recht unterstützt. Das sei sein Metier, und wenn die Wähler eine Empfehlung nachvollziehen könnten, würde das auch etwas bringen.

Wer sind die Richtigen?

Immerhin und das erstaunt doch einigermassen sind auch drei BDPler als würdige Kandidaten befunden worden. Von der CVP sind es noch zwei Namen und bloss einer von der FDP. Für die einstmals dominierende Wirtschaftspartei ein arger Dämpfer, denn schliesslich vertritt auto-schweiz die Interessen von Automobil-Importeuren, die über ihre rund 4500 Markenhändler Fahrzeuge im Wert von fast 12,7 Milliarden Franken vertreiben.

SVP, BDP, CVP und FDP – Vertreter anderer Solothurner Parteien (die weibliche Form können wir uns sparen, Frauen existieren nicht) sucht man vergeblich auf der Wahlliste von auto-schweiz. Diese Parteinahme mit dem Prädikat «autofreundlich» des Importeur-Verbandes soll den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern aufzeigen, wer sich für eine verkehrsfreundliche Politik und für die Sorgen der Automobilisten einsetzt. Max Nötzli, Präsident von auto-schweiz: «Die Autofahrenden liefern dem Bund über Steuern und Abgaben jährlich fast 9 Milliarden Franken ab.»

Nun wolle man verhindern, dass es in den nächsten Jahren zu einer weiteren massiven Verteuerung der bereits hohen Autofahrkosten komme. Im Klartext heisst dies, nur ein autofreundlicheres Parlament könne die Kostenexplosion und diese Umverteilungsmechanik verhindern. «Wir wollen deshalb die richtigen Parlamentarier, und wir wollen den Stimmbürgern helfen, diese zu finden», meint Nötzli zusammenfassend.

Die Ergebnisse im Detail