Olten
Noch gut ein Jahr geht es, bis das neue Schutzgebiet vollendet ist

Abseits der Hauptverkehrsachse zwischen Olten und Wangen sind derzeit Veränderungen am dortigen Dünnernlauf im Gang. Grund: Der Flusslauf wird als Kompensation zum Bau der Umfahrungsstrasse revitalisiert.

Urs Huber
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An der Dünnern werden rund 80 000 m³ Erde bewegt. hr. aeschbacher

An der Dünnern werden rund 80 000 m³ Erde bewegt. hr. aeschbacher

Oltner Tagblatt

Noch ein gutes Jahr dauern die Arbeiten. «Dann wird dieses Gebiet unter Naturschutz gestellt», wie Markus Spring, Informations-Koordinator, Entlastung Region Olten, erklärt.

Lebensraum für mehr Diversität

Auf einer Breite von rund 60 Meter wird der Abschnitt zu einem Lebensraum auch für Fauna und Flora, welche mit der Dünnernkorrektion der Vierzigerjahre verloren gingen. Die durchgehend mäandrierte Niederwasserrinne mit Kieslandschaften, Hochstaudenfluren, Gehölzen und Naturwiesen wird nach Abschluss der Arbeiten, voraussichtlich im November 2012, zum Naturschutzgebiet. «Dessen Fertigstellung ist stark witterungsabhängig», erklärt Spring.

Kulturerdarbeiten dürfen nämlich nur bei ausreichend trockenem Boden erfolgen. «Eine bodenkundliche Fachperson begleitet die Arbeiten», so Spring weiter. Tensiometer erlauben die tägliche Beurteilung der Bodenfeuchte. Und um den Boden zu schonen und einer unliebsamen Verdichtung vorzubeugen, bewegen sich die Baumaschinen weitgehend auf Baggermatratzen (Holzdielen, die auf schwierigem Gelände als befahrbare Wege ausgelegt werden).

«Neuzuzüger» erwartet

In besagtem Gebiet wird eine Vielzahl an «Neuzuzügern» erwartet, wie Spring ausführt: Das in Zusammenarbeit mit Fachleuten, darunter WWF, pro Natura, Raumplaner, Ornithologen oder die Umweltfachstelle Olten, geplante Gebiet kann nur schon hinsichtlich Fischpopulation bereichert werden. Der fragliche Abschnitt könne demnach Heimat für Gründling und Bartgrundel oder der Elritze werden, wie das Amt für Jagd und Fischerei erklärt. Die Dünnern sei klassisches Bachforellengebiet und kenne im Wesentlichen noch die Groppe als Begleitfischart.

Im derzeit umgestalteten Abschnitt seien bei der letzten Sichtung lediglich diese beiden Fischarten beobachtet worden. Es gehöre natürlich zur Begleitung des Projektes, nachzuprüfen, inwiefern sich neue Arten einstellen würden, so Biologe Stefan Gerster vom Amt für Wald, Jagd und Fischerei in Solothurn.

Bis es aber so weit ist, müssen noch rund 80000 Kubikmeter Erde bewegt werden, wobei abgetragener Ober- und Unterboden wiederverwertet werden muss. «Rund 60 Prozent können innerhalb des ERO-Projektes wiederverwendet werden», sagt Spring, zirka 8000 Kubikmeter werden einer externen Wiederverwertung zugeführt. Rund 50000 Kubikmeter Aushubmaterial werden grösstenteils in die Deponie Born Olten transportiert.

Und der Mensch?

Neuen Lebensraum für Gründling und Bartgrundel. In Ordnung. Und der Mensch? Er gewinnt einen abwechslungsreichen Erholungsraum und Sicherheit vor Überschwemmungen. «Der revitalisierte Abschnitt ist in der Lage, ein Jahrhunderthochwasser zu überstehen», sagt Spring. Mit 3,2 Mio. Franken schlägt das Projekt zu Buch, rund 1 Prozent der gesamten ERO-Projektkosten.

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