Wegen der anhaltenden Trockenheit fliesst diesen Frühling in den Solothurner Bächen und Flüssen aussergewöhnlich wenig Wasser. «Noch ist die Situation aber nicht prekär», sagt Christoph Dietschi, Leiter der Fachstelle Wasserbau im kantonalen Amt für Umwelt (AfU). «Die Mindestrestwassermenge wird an allen Messstationen deutlich übertroffen.»

Das bedeutet: Die vom AfU bewilligten Wasserentnahmen müssen noch nicht eingeschränkt werden. Solothurner Landwirte können also ihre Felder weiterhin bewässern. «Es fällt auf, dass die Bauern ihre Gesuche früher eingereicht haben als in den vergangenen Jahren», sagt Dietschi. Bis Anfang nächster Woche ist mit keinen grösseren Niederschlägen zu rechnen. Sinkt der Wasserstand in den Flüssen und Bächen weiter und rasch, müssten die Entnahmen wohl schon bald eingeschränkt werden.

Für die Fische gibt es in den Solothurner Bächen und Flüssen noch genug Wasser, betont Dietschi. Vor allem sind die Wassertemperaturen noch genügend tief. «Niedrigwasser im Sommer ist für die Fische schlimmer.» Für die Aareschifffahrt wiederum sind die derzeitigen Pegelstände kein Problem. «Auch wenn der Wasserstand weiter sinken sollte, hat das keinen Einfluss auf uns», sagt Thomas Erne, Geschäftsführer der Bielersee-Schifffahrts-Gesellschaft (BSG). «Unsere Schiffe haben keinen grossen Tiefgang und können problemlos auf der Aare fahren.» Erne rechnet angesichts des sonnigen Wetters über die Ostertage mit vielen Passagieren.

Wolfwiler Fähre kann nicht fahren

Während die Aarefähre in Altreu morgen Freitag ihren Betrieb aufnimmt (siehe Artikel oben), verzögert der niedrige Wasserstand den Saisonbeginn der Fähre in Wolfwil. «Ich kann mich nicht erinnern, dass die Aare je einen so tiefen Wasserstand hatte», sagt Fährifrau Nicole Ackermann. Sie kann nicht fahren, weil die Fähre mit Passagieren bei den Anlegestellen auf Grund laufen würde. Sie denkt jetzt an eine Verlängerung der Stege. Ihre Kollegin in Altreu hingegen hat keine Probleme mit dem Fährbetrieb: «Die Aare führt schon weniger Wasser als üblich, sie stand aber auch schon so tief», sagt Regina Anderegg. (sff, eva)