Eppenberg-Wöschnau
Zwischenlösung: Wegen Sanierung zieht Gemeindeverwaltung in den SBB-Infopoint

An der Gemeindeversammlung von Eppenberg-Wöschnau wurde das Budget genehmigt. Zudem wird die Gemeindeverwaltung von Eppenberg-Wörschau ins SBB-Areal ausquartiert.

Alexis Stähl
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Die "Villa" von Eppenberg-Wöschnau

Die "Villa" von Eppenberg-Wöschnau

Oltner Tagblatt

«Ich weiss nicht, ob es am Adventsfenster gleich vorher, an den spannenden Traktanden oder am anschliessenden Apéro liegt», kommentierte Gemeindepräsident Stephan Bolliger die rekordhohe Anzahl von 41 Anwesenden, was rund einem Fünftel der Stimmberechtigten in der Gemeinde entspricht. «So viele waren wir schon lange nicht mehr», sagte Bolliger erfreut. Eine Stunde vor Beginn der Versammlung lockte das Adventsfenster mit Lebkuchen und Glühwein bereits viele Einwohner in den Gemeindepavillon von Eppenberg-Wöschnau.

Die Versammlung startete mit der Genehmigung des Baukredits von 735'000 Franken für die Gesamtsanierung des Gemeindepavillons. Der Pavillon wurde im Jahr 1958 gebaut und seither nie umfassend saniert. Nach der Sanierung sollen Heizkosten gespart und die Stromversorgung für die Geräte verbessert werden sowie der Schalterbereich sicherer und diskreter gestaltet sein. Auf dem Dach ist eine Fotovoltaikanlage geplant, die Räume werden rollstuhlgängig. Im Versammlungsraum, in dem auch die Gemeindeversammlungen stattfinden, soll neu eine kleine Küche eingebaut werden. Zwischen Mai und Oktober 2020 soll die Sanierung stattfinden, ab November soll die Verwaltung wieder in den Gemeindepavillon einziehen können. Für die Zeit der Arbeiten zieht die Gemeindeverwaltung in den Infopoint der SBB in Wöschnau um. Nach einigen Detailfragen und Anmerkungen wurde das Projekt ohne Gegenstimmen bei einer Enthaltung angenommen.

Sanierung der Industriestrasse wird geplant

Dies ist jedoch nicht die grösste Investition, die in der Gemeinde in den nächsten Jahren ansteht. Der Gemeinderat stellte den Antrag an die Versammlung, einen Kredit für ein Vorprojekt zur Sanierung der Industriestrasse und den betroffenen Trinkwasser- und Abwasserleitungen zu gewähren. Der Kredit für die Ingenieurskosten zur Abklärung des Sanierungsprojekts beträgt 65'000 Franken und wurde einstimmig angenommen. Die Sanierungskosten werden sich total auf rund 3,5 Millionen Franken belaufen, wie Bolliger ausführte. Die Sanierung startet erst, wenn alle Bauarbeiten der SBB am Eppenbergtunnel abgeschlossen sind, was 2022 der Fall sein dürfte. Im Finanzplan 2020 bis 2024, der der Versammlung zur Kenntnisnahme vorlag, ist vorgesehen, dass die Sanierung von 2022 bis 2024 realisiert wird. Da bis dahin jeweils mit Aufwandüberschüssen gerechnet wird, würde sich das aktuelle Pro-Kopf-Vermögen von 6829 Franken (Stichtag 1. Januar 2019) bis zur Beendigung der Strassensanierung im Jahr 2024 auf eine Pro-Kopf-Verschuldung von 5940 Franken senken. «Wir können die Sanierung aber noch weiter etappieren», fügte Bolliger an.

Weiter genehmigte die Versammlung die Kreditabrechnung der Schachenbrückensanierung in Wöschnau. Die Sanierung konnte deutlich günstiger umgesetzt werden als budgetiert. Der eingesparte Betrag kommt der Sanierung des Gemeindepavillons zugute. Das Budget 2020 wurde einstimmig angenommen. Es schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 168'600 Franken und Nettoinvestitionen von 690500 Franken. Der Steuerbetrag bleibt unverändert bei 99 Prozent für natürliche und 115 Prozent für juristische Personen. Ausserdem nahm der Souverän das neue Abfallreglement an.