Gretzenbach
Zuzüger äufnen die Gemeindekasse

Die Einwohnergemeinde Gretzenbach meldet ein sehr erfreuliches Rechnungs-jahr 2015: Ein Finanzierungsüberschuss von 1,375 Mio. Franken trägt zur Entschuldung des Gemeindehaushalts bei. Die langfristigen Schulden können um 1,75 Mio. Franken reduziert werden.

Andrea Walder-Flury und Hans Vögeli
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Mehrfamilienhäuser am Mattenweg: Eines der neu besiedelten Baugebiete von Gretzenbach.

Mehrfamilienhäuser am Mattenweg: Eines der neu besiedelten Baugebiete von Gretzenbach.

Bruno Kissling

Der Gemeindehaushalt weist nun ein Pro-Kopf-Vermögen von 266 Franken auf. In den nächsten Jahren stehen allerdings grosse Investitionen an, wovon im Budget 2017 bereits 1,9 Mio. eingeplant sind.

Zuwachs in neuen Baugebieten

Statt des budgetierten Verlustes von 56'250 Franken schliesst die Verwaltungsrechnung mit einem Überschuss von Fr. 52'507.60 ab. Der Gesamtcashflow von 1,6 Mio. Franken beinhaltet zusätzliche Abschreibungen von Fr. 615'504.20.

Gegenüber dem budgetierten Cashflow von 614'950 Franken (8,3 Prozent) entspricht der ausgewiesene Cashflow nun sogar 20 Prozent des Steuerertrages. Die Gründe für den unerwartet erfreulichen Abschluss liegen hauptsächlich im deutlich angestiegenen Steuerertrag, welcher mit 8,1 Mio. Franken das Budget und das Vorjahr von je 7,4 Mio. massiv übersteigt. Darin widerspiegelt sich insbesondere der Zuwachs in den neuen Baugebieten, welcher sich zahlenmässig mit einem Plus von 542'000 Franken bei den natürlichen Personen niederschlägt.

Gleichzeitig steigen die Steuern der juristischen Personen (+173 000 Franken) sowie die diversen Sondersteuern. Anderseits stiegen die Debitorenverluste um 81 000 Franken.

Kosten unter Budget

Erfreulich fallen die Abweichungen in den meisten Kostenstellen aus. Die Verwaltung schliesst 124'000 Franken unter dem Budget ab, die öffentliche Sicherheit um 43'000 Franken besser, der Verkehr um 53'000 Franken und die Umwelt um 28'000 Franken besser als budgetiert. Die Kommissionen sparten bei den Sachausgaben 148'000 Franken ein und schlossen um 17 Prozent unter dem Budget ab.

Bildung teurer als budgetiert

Die grossen Kostentreiber finden sich in den Bildungs- und Sozialkosten. Die Bildungskosten machen mit 3,393 Mio. Franken bereits einen Viertel des gesamten Gemeindehaushalts aus. Sie steigen gegenüber dem Budget um 8 Prozent respektive 249'000 Franken. Nebst der Ausfinanzierung der kantonalen Pensionskasse (60'000 Franken) tragen die höheren externen Schulgelder (+107'000 Franken), die Kosten für den gymnasialen Unterricht (+41'000 Franken) sowie die höheren Stellvertretungskosten dazu bei.

Die Kosten der sozialen Wohlfahrt erreichen mit 2,1 Mio. Franken 15 Prozent des Gemeindehaushalts. Sie liegen 91'000 Franken (+4 Prozent) über dem Budget, aber tiefer als im Vorjahr. Die grossen Kostenüberschreitungen fallen bei den Ergänzungsleistungen (+58'000 Franken) und den Pflegekosten (+16'000 Franken) an. Eine Trendwende ist bei der gesetzlichen Sozialhilfe erkennbar, übersteigen die Kosten das Budget doch nur um 12'000 Franken und sinken sogar um 64'000 Franken unter das Vorjahr. Dies deutet auf eine Stabilisierung der Sozialkosten hin.

Spezialfinanzierungen

Bei der Wasserversorgung sorgt ein Cashflow von 134'000 Franken für einen Ausbau des Eigenkapitals auf 154'000 Franken. Die Abwasserbeseitigung mit einem Verlust von 102'000 Franken vermindert das vorhandene Eigenkapital von 1,4 Mio. Franken leicht. Die Abfallbeseitigung mit einem kleinen Verlust von 11'110 Franken reduziert das vorhandene Eigenkapital von 83'000 Franken unbedeutend. In allen drei Bereichen genügen die vorhandenen Eigenmittel zur Finanzierung der künftigen Aufgaben. Beim Wasser stehen zudem 550'000 Franken für die Finanzierung eines allfälligen, künftigen Grundwasserpumpwerks zur Verfügung.

Investitionsrechnung

Die mit 740 900 Franken budgetierten Ausgaben der Investitionsrechnung werden durch hohe Anschlussgebühren beim Wasser (83'000 Franken) und Abwasser (141'000 Franken) deutlich entlastet. Zudem reduzieren die Einnahmen aus den Landverkäufen von 323'400 Franken die Investitionsrechnung ebenfalls deutlich. Daraus ergeben sich Nettoinvestitionen von Fr. 241'275.85, welche hauptsächlich in die Sanierung der Köllikerstrasse und des Kirchwegs sowie in den Hochwasserschutz investiert wurden.

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