Dulliken
Zum Mahlzeitendienst gehörte mehr, als einfach das Menü hinzustellen

Theres Schmutz und Franziska Caminada beenden ihren Einsatz im Dulliker Mahlzeitendienst. Die beiden waren 25 bzw. 30 Jahre im Einsatz.

Doris Marti
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Theres Schmutz und Franziska Caminada waren 30 und 25 Jahre im Dienst.

Theres Schmutz und Franziska Caminada waren 30 und 25 Jahre im Dienst.

key/zvg

Es ist gut dreissig Jahre her, seit in Dulliken der Mahlzeitendienst durch eine Gruppe von Frauen aufgenommen wurde. Anfangs war neben Motivation noch ein eigenes Auto Voraussetzung, bis später das Auto des Altersheims Brüggli zur Verfügung stand.

Seit 1998 wird der Mahlzeitendienst durch die Spitex organisiert. Dank dem Einsatz der Helferinnen und Helfer konnte diese Dienstleistung zu einem immer stärker werdenden sozialen Gemeindenetz ausgebaut werden.

Dreissig Jahre im Einsatz

Eine Frau der ersten Stunde des Dulliker Mahlzeitendienstes, und dreissig Jahre dabeigeblieben, ist Theres Schmutz. Seit 1986 wurde sie durch viele dieser Einsätze reich beschenkt mit unvergesslichen Erinnerungen und Episoden in den Häusern und Wohnungen ihrer Kunden.

Es ist die höchstpersönliche Zuwendung an die betagten Menschen, ihnen über Jahre die erwartete warme Mahlzeit aus der Brüggli-Küche nach Hause zu bringen, die von den Wartenden geschätzt und verdankt wird. Zu wissen, dass ein Klingelton die mit Freude erwartete Person ankündigt, gibt dem betagten Menschen das Gefühl, wahrgenommen zu werden.

Manchmal ist es der erste, und bleibt oft sogar der einzige Kontakt des Tages. Seit 1991 dabei ist auch Franziska Caminada während 25 Jahren dieser Aufgabe treu geblieben. Auch sie fühlt sich reichbeschenkt durch die unvergesslichen Begegnungen. Die Freude am Kommen war immer wieder spürbar. Manchmal konnte das Herz ausgeschüttet werden, bis zum dankbaren Verabschieden «auf bald wieder».

Abwechslungsreiche Aufgaben

Es gab auch die zusätzlichen kleinen Dienstleistungen, wie den Kehricht hinaus zu bringen, Briefkasten leeren, momentane Situationen klären, auf die Menschen eingehen, ihnen zuhören, die den jahrelangen Besuchen Farbe gaben. Theres Schmutz erinnert sich an die Kontakte mit einer ehemaligen Blauringführerin.

Alte Verbindungen, die bis in die Kindheit zurückgehen. Manchmal ging die Tür nicht auf und sie mussten in der Nachbarschaft per Telefon Hilfe holen. Eine andere Mahlzeitenbezügerin war jahrelang dankbar über die Hilfe beim Strümpfeanziehen. Sie freute sich über das gemeinsame Kaffeetrinken und ob des Plauderns über Gott und die Welt vernahm Theres Schmutz so manches aus der persönlichen Biografie.

Und wie gross war die Freude der betagten Frau, als die von Theres Schmutz zu Hause gehegte und gepflegte kränkliche Pflanze wieder zum Erblühen kam. Die sehbehinderte Frau erkannte die Frauen an der Stimme. Ihr galt es, das Menü hinzustellen und achtsam zu erklären.

Unterschiedlichste Begegnungen

Die Frauen erinnern sich auch an den dankbaren Gast, der so wunderbare Komplimente machen konnte. So sind ihnen viele besondere Menschen begegnet und haben sie in der Kunst des Einfühlens auf die Stimmungen der Betagten gelehrt. Die beiden Frauen waren jahrelang ein gut eingespieltes Team.

Die Tageseinsätze haben sie aufgeteilt, ein- bis zweimal pro Woche, je nach Bedarf. Die beiden Dienstjubilarinnen Theres Schmutz und Franziska Caminada haben sich gemeinsam von den Betagten mit einer Karte und einem Präsent verabschiedet und sich für all die unvergesslichen, fröhlichen, manchmal auch traurigen Begegnungen bedankt.