Hauenstein-Ifenthal
Zukunft des ehemaligen «Bolero» ist noch unklar

Das ehemalige «Bolero» wird mit einem angrenzenden Waldstück auf Läufelfinger Boden verkauft. Der Käufer ist der Gemeinde noch nicht bekannt.

Kelly Spielmann
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Das Rotlicht ist schon längst gelöscht, nun wird das ehemalige Motel Bolero auf der Hauenstein-Passhöhe verkauft. (Archiv/Bruno Kissling)

Das Rotlicht ist schon längst gelöscht, nun wird das ehemalige Motel Bolero auf der Hauenstein-Passhöhe verkauft. (Archiv/Bruno Kissling)

Erst zum Schluss der Gemeindeversammlung vom Montag kam der Gemeindepräsident Hauenstein-Ifenthals, Jürg Ryffel, auf das brisante Thema zu sprechen: Das ehemalige «Bolero» auf der Hauenstein-Passhöhe, welches sich im Rotlichtmilieu einen Namen gemacht hatte, vor vier Jahren dann aber schliessen und Konkurs anmelden musste.

Seither steht das Gebäude leer. Wie Ryffel vor zwei Jahren dieser Zeitung gegenüber berichtete, sind die Räumlichkeiten nicht mehr bewohnbar und das Gebäude muss abgerissen werden.

Eine Mitwirkung der Gemeinde an der Neuplanung des Grundstücks oder gar ein Kauf sei vor einiger Zeit ein Thema, bei der finanziellen Lage Hauenstein-Ifenthals jedoch keine Möglichkeit gewesen, wie der Gemeindepräsident zu verstehen gibt.

«Eine Privatperson wird das Gebäude nun kaufen. Zur Verzögerung kam es, weil die Person auch an einem angrenzenden Stück Wald auf Läufelfinger Boden interessiert ist», so Ryffel. Laut dem Konkursamt sollen die beiden Geschäfte zeitgleich, ungefähr Mitte Dezember dieses Jahres, abgewickelt werden.

Um wen es sich bei der Privatperson handelt, wisse die Gemeinde nicht. Auch sei unklar, was mit dem Gebäude und dem Land geschehen soll. Einziger Anhaltspunkt: «Das betroffene Land wurde schon vor einiger Zeit umgezont. Es ist nun keine Gewerbezone mehr, sondern eine Wohnzone», erklärt Ryffel. Man dürfe also davon ausgehen, dass am Standort des ehemaligen «Bolero» Wohnblöcke oder -häuser entstehen.

Höhere Steuern für Einwohner

Neben den Nachrichten zum Verkauf des ehemaligen Rotlichtbetriebs sorgte die Gemeindeversammlung bei den Anwesenden auch für andere Neuigkeiten.

Während das Traktandum zur Überarbeitung des bereits 20-jährigen Feuerwehrreglements für wenig Diskussionsstoff sorgte und einstimmig angenommen wurde, stellte sich das nächste Traktandum als weniger erfreulich heraus: Die Steuererhöhung für das kommende Jahr gefiel nicht allen anwesenden Stimmberechtigten.

«Wegen der hohen Aufwände im Bereich des Sozialwesens und der Bildung und wegen des Finanzausgleichs können wir die Finanzlage in den nächsten drei Jahren ohne eine Steuererhöhung um drei Punkte nicht bewältigen», äussert sich der Gemeindepräsident.

Die Situation sei im Gemeinderat rege diskutiert worden und man habe entschlossen, dass drei Punkte reichen sollen, um durchzukommen. Ryffel selber habe gar fünf Punkte vorgeschlagen, kam damit aber nicht durch.

Die Frage eines Stimmberechtigten, ob dies ein Fass ohne Boden sei und die Steuern auch zukünftig immer höher würden, verneinte Ryffel mit Einsparungen im Bildungsbereich. Die Steuererhöhung wurde trotz der einen Gegenstimme angenommen, womit die Gemeindesteuern für natürliche Personen von 130 Prozent auf 133 Prozent erhöht wurden.

Nur notwendige Investitionen

Als nächstes Traktandum stellte Finanzverwalter Ruedi Ziegler das Budget 2017 vor. Dieses weist einen Aufwandüberschuss von 24 506 Franken aus. 2016 betrug dieser noch 81 275 Franken. Was die Investitionen für das nächste Jahr betrifft, habe man laut Ziegler nur das absolut Notwendige berücksichtigt.

Die Investitionsbeiträge für die Sanierung der Ifenthalerstrasse, den neuen Spritzbelag Ifenthal-Engistein-Rankbrünneli sowie den Abwasseranschluss Biedermann belaufen sich insgesamt auf 285 900 Franken. Das Budget für das kommende Jahr wurde einstimmig bewilligt.

Zum Schluss informierte Gemeindepräsident Jürg Ryffel die Anwesenden über den Neujahrsapéro, welcher am 1. Januar 2017 um 16 Uhr im Pfarreiheim Ifenthal stattfinden wird, und an welchem die neuen Exekutiv- und Kommissionsmitglieder vom Gemeinderat vorgestellt werden.