Fast zwei Jahre lang war die Zivilschutzanlage Täli in Gretzenbach vom Kanton Solothurn gemietet. Damit ist jetzt Schluss: Der Mietvertrag wurde auf Ende des vergangenen Jahrs aufgelöst, wie Fokus Gretzenbach auf ihrer Website verkünden. Somit steht die Anlage wieder der Gemeinde sowie dem regionalen Zivilschutz zur Verfügung.

Die Anlage Täli wurde Anfang 2016 in eine Asylunterkunft umgewandelt. Diese Nachricht sorgte für Aufruhr in Gretzenbach: An einem Informationsabend äusserten die Einwohner der Niederämter Gemeinde ihre Sorgen. Viele zeigten sich unzufrieden mit dem Beschluss ihres Gemeinderats. Im Januar 2017 wohnten 18 Männer aus Bangladesch, Sri Lanka, dem Irak, Syrien, Libyen, Eritrea, dem Kongo, der Türkei oder aus Afghanistan in den Massenschlägen der Asylunterkunft. Nur zwei Monate später — im März 2017 — schloss der Kanton Solothurn die Anlage in Gretzenbach wieder. Obwohl bis zu
100 Asylsuchenden dort hätten untergebracht werden können, waren es gegen Schluss nur noch 10 Personen. Aufgrund der rückläufigen Asylzahlen wurde damit die letzte unterirdische Asylunterkunft im Kanton aufgehoben.

1500 Franken pro Monat

Seither stand die Zivilschutzanlage leer: Der Kanton mietete sie aber als Reserveunterkunft. Gretzenbach erhielt monatlich einen Mietzins von 1500 Franken. Ausserdem wurde der Gemeinde für die Reservehaltung ohne Belegung zehn Prozent des Asyl-Aufnahmesolls angerechnet. Das entspricht acht Plätzen.

Gemeindepräsident Daniel Cartier bestätigt auf Anfrage die Kündigung des Mietvertrags: «Im Kanton Solothurn wird das Asylwesen gerade umorganisiert. Das neue Konzept beinhaltet auch ein Bundesasylzentrum in Deitingen. Den Gemeinden werden in Zukunft weniger Asylsuchende zugewiesen.» Die Anlage Täli sei insgesamt nur knapp elf Monate lang in Betrieb gewesen. «Es lebten in dieser Zeit maximal 35 Personen gleichzeitig in der Unterkunft», so Cartier weiter. Laut Gemeindepräsident wird die Anlage derzeit nicht gebraucht — weder von der Gemeinde noch vom Zivilschutz.

Fokus Gretzenbach schreibt im Blogeintrag, in der Anlage würde noch Material vom früheren Betrieb gelagert werden. Demnächst sollen die Räumlichkeiten aber wieder der Gemeinde übergeben werden. Die politische Vereinigung hofft, dies geschehe bald: Denn im Juni finde in Aarau das Eidgenössische Turnfest statt. Dafür werde die Anlage als Unterkunft für einen Turnverein gebraucht. Und weiter: «Ansonsten steht der Anlage wieder eine Dornröschen-Zeit bevor.»