Gretzenbach
Wurst und Steak rund um die Uhr: Der Fleischautomat läuft wie geschmiert

Der Fleischautomat der Metzgerei Schneider in Gretzenbach läuft gut – jetzt müssen neue Parkplätze her.

Kelly Spielmann
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Nicole und Alfred Schneider befüllen ihren Fleisch-Selbstbedienungsautomat in Gretzenbach .

Nicole und Alfred Schneider befüllen ihren Fleisch-Selbstbedienungsautomat in Gretzenbach .

Bruno Kissling

«Das sind unsere zwei Vollzeitmitarbeiter», lacht Nicole Schneider von der Metzgerei Schneider in Gretzenbach und zeigt auf die Fleischautomaten. «Sie arbeiten rund um die Uhr und beschweren sich nie», fügt sie an. In der Tat sind die beiden Automaten – SOS-Boxen, wie sie von der Metzgerei genannt werden – 24 Stunden am Tag im Einsatz. Zu jeder Nacht- und Tageszeit können Würste, Spiesse, Steaks gekauft werden.

Doch ganz ohne menschliche Mithilfe funktionieren die Automaten natürlich nicht: Obwohl er eigentlich pensioniert ist, kümmert sich Vater Alfred Schneider um das Auffüllen der SOS-Boxen. «An einem guten Tag macht er das bis zu viermal», so Nicole Schneider. Und das bei rund 300 befüllbaren Automatenfächlein.

Dänikersteaks in Gretzenbach

Gute Tage gibt es derzeit haufenweise. Bei schönem Wetter laufen die Automaten auf Hochtouren, besonders an Sonntagen und nach Ladenschluss. Am besten verkaufen sich die Dänikersteaks, für welche die Metzgerei Schneider weit über die Dorfgrenzen hinaus bekannt ist. Der Name hat das marinierte Schweinesteak von seinem Erfinder, der früher in Däniken eine Metzgerei führte. «Als er diese altershalber schloss, haben uns seine Kunden ständig nach dem Dänikersteak gefragt», so Nicole Schneider. Also habe die Familie dem Metzger das Rezept abgekauft und den Namen beibehalten. «Man kann ja einen Mercedes auch nicht einfach umbenennen», erklärt Alfred Schneider die Entscheidung.

Die Idee des Fleischautomaten hatte Alfred Schneider, nachdem eine Schönenwerder Tankstelle den Besitzer wechselte. An diese habe die Metzgerei früher ihre Produkte verkauft. So konnte die Kundschaft auch am Wochenende und nach Feierabend die Produkte der Schneiders geniessen. Doch mit dem neuen Besitzer kam kein solcher Deal mehr zustande. «Das war schade um die Einkünfte, die wir vorher durch die Tankstelle erzielen konnten», so Nicole Schneider. So hat die Familie ihren eigenen 24-Stunden-Shop in Form eines Automaten eröffnet.

Einmannbetrieb im Winter

Nach einigen Jahren musste ein zweiter Automat hinzugefügt werden, denn das Angebot wurde sehr gut genutzt. «Ehrlich gesagt war ich ziemlich erstaunt darüber, wie viele Leute am Automaten Fleisch holten», so Alfred Schneider. Besonders junge Leute nutzen das Angebot, aber auch Familien und ältere Menschen holen sich ab und zu eine Salsiccia aus der SOS-Box.

Auch eine Videokamera musste her, denn der alte Automat wurde an einem Beizlifest von Unbekannten zerstört. Doch abgesehen von diesem Zwischenfall gebe es keine Probleme. «Einmal hatte einer der Automaten einen Defekt, man konnte Steaks rausnehmen, ohne zu bezahlen. Ehrliche Kunden haben uns sogar darauf aufmerksam gemacht, ohne zu profitieren», erzählt Nicole Schneider.

Ehrlichkeit ist eine Bedingung, damit die Automaten in Betrieb bleiben können und sich lohnen. So sehr, dass sogar im Winter einer der beiden in Betrieb ist. Dann ist er jedoch mit Landjägern, Fleischkäse und anderen Spezialitäten gefüllt. «Und natürlich auch mit Dänikersteaks, die laufen immer», so Nicole Schneider.
Spritzenhaus seit gestern ihres

Die Automaten boomen zwar, machen jedoch lediglich 10 bis 12 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Auch in der Metzgerei selber läuft das Geschäft gut. So gut, dass die acht Parkplätze, die sich gegenüber befinden, nicht ausreichen. Daher hat die Familie das Spritzenhaus, welches sich vis-à-vis befindet, von der Gemeinde erworben. Im Juni hat die Gemeindeversammlung den Antrag angenommen, seit gestern gehört es ihnen. Dort sind noch mehr Parkplätze und Lagerräume für Grills, welche für den Partyservice verwendet werden, geplant.

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