Bei 30 Grad hatte es am Dienstag erstaunlich wenig Leute in der Badi Schönenwerd. Phithak Schassmann, Chef und zugleich Badmeister, weiss weshalb: «Die Leute gucken daheim aus dem Fenster, sehen Wolken am Himmel, und kommen deswegen nicht in die Badi.» Da es gestern Dienstagmorgen gewittrig war und regnete, trudelten die meisten Gäste sowieso erst am Nachmittag ein.

Zum Vergleich: An heissen Tagen mit blauem Himmel hat es um 14 Uhr bereits um die 900 Badegäste. Gestern waren es um die gleiche Zeit nur um die 300, und abends stieg die Zahl auf etwa 700 an. Besonders gut lief es am letzten Wochenende, da fanden insgesamt 1800 Badegäste Abkühlung in der Badi Schönenwerd. Dabei muss bedacht werden, dass es stetig ein Kommen und Gehen ist. Doch was ist mit dem Rasen geschehen? All die Hitzetage haben ihn versengt. Von Weitem sieht er aus wie ein Sandstrand. In Schönenwerd verzichtet man bewusst auf die Bewässerung des Rasens: «Der wächst im Winter wieder nach», sagt Schassmann. Würde man bewässern, wäre der Rasen noch anfälliger, erklärt er weiter.

Vieles bekommt der Gast nicht mit

Die Anlage gibt aber auch sonst viel zu tun, denn das meiste spielt sich ab, wenn das Schwimmbad noch geschlossen ist. Es sei immer die gleiche Routine, erklärt Bademeistern Marianne Frank. Gestern Morgen wurde zunächst sehr viel Laub weggeblasen. Dann muss jeweils das Planschbecken sauber gemacht werden. Drei Mal am Tag werden Wasserproben genommen, denn: «Das kantonale Labor macht zwei Stichproben im Jahr», erklärt Frenk.

Bevor die Gäste eintreffen, wird bei den Garderoben und Sanitäreinrichtungen täglich kontrolliert, ob alles funktioniert. Es muss aber auch noch die Chlorsäure aufgefüllt werden, und die Anlage kontrolliert werden. «Dies dauert eine Stunde», so die Badmeisterin. Zudem müsse alle drei Tage der Filter bei den Bassins gereinigt werden, was wiederum eine Stunde Zeit koste. Dies werde alle drei Tage erledigt. Gestern Morgen brauchte es aber eine zusätzliche Kontrolle, denn sehr viele Blätter waren in der Nacht ins Wasser und somit in den Filter geraten.

Wenn abends alle Gäste wieder gegangen sind, reinigen die Angestellten das Gelände von herumliegendem Abfall. Und auch dann werden wieder die Anlagen kontrolliert. Manchmal steht aber Gartenarbeit an, die zum Pflichtenheft der beiden Frauen Marianne Frank und Simona Tödti gehört. Sie schneiden regelmässig sämtliche Hecken und Borde, manchmal gerade an Tagen wie diesen, wenn nicht viel läuft. Die meiste Zeit arbeitet Simona Tödtli an der Kasse, und dort bekommt sie einiges mit: «An Tagen wie heute kommen eher die sportlichen Schwimmer, deren Aufenthalt von eher kurzer Dauer ist. An wolkenlosen Tagen hingegen, kommen die sonnenhungrigen, Sie bleiben stundenlang.»