Wohnungen und ein Dorfladen
«Nicht das Maximum, sondern das Optimum» – Bürgergemeinde Gretzenbach beschliesst einstimmig Kredit für Neubau

Im Dorfzentrum von Gretzenbach wird ein Neubau mit zwölf Wohnungen und einem Dorfladen errichtet. Die Pläne liegen vor und das Baugesuch ist bereits ausgefüllt. Nun wurde der Kreditantrag einstimmig beschlossen.

Felix Ott
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Visualisierung des geplanten Neubaus an der Köllikerstrasse 29 in Gretzenbach.

Visualisierung des geplanten Neubaus an der Köllikerstrasse 29 in Gretzenbach.

H-O Oegerli Markus Architekten SIA AG

An der Bürgergemeindeversammlung vergangenen Donnerstag genehmigten die 17 Stimmberechtigten einstimmig den Kreditantrag für einen Neubau im Dorfzentrum. An der Köllikerstrasse 29 soll künftig ein Wohnhaus mit einem Dorfladen stehen.

Die Planung ist bereits konkret und das Baugesuch ist fertig ausgefüllt. An der Versammlung wurde umfassend über das Bauprojekt informiert. Die Hauptthemen waren die Kosten und die Finanzierung des Neubaus.

Ökologie und Regionalität stehen im Vordergrund

Das Projekt soll einen wichtigen Beitrag zur Aufwertung des Gretzenbacher Dorfzentrums liefern, betonte Bürgergemeindepräsidentin Ruth Liechti-Leuenberger. Die Bürgergemeinde möchte kein Luxusobjekt schaffen, bei dem die Wohnungen letztlich leer stünden. Die Präsidentin sagt:

«Wir wollen nicht das Maximum, sondern das Optimum.»

Bereits im Vorfeld wurde beschlossen, nur Schweizer Holz zu verwenden. Auch sonst wird auf Ökologie gesetzt, wie zum Beispiel beim Energiebezug von der eigenen Nahwärmezentrale und durch den Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Dach. Aber auch Flexibilität bei der Wohnungsgestaltung ist laut dem beauftragtem Architekturbüro H-O Oegerli Markus Architekten AG ein wichtiger Punkt. Eine Vertreterin und ein Vertreter des Oltner Büros waren anwesend und stellten die Pläne des Projektes, den Kostenvoranschlag und das Mietangebot vor.

Geplant sind aktuell insgesamt zwölf Wohnungen: vier 3,5- und acht 2,5-Zimmereinheiten. Dazu kommt erneut ein Dorfladen im Erdgeschoss. Bereits früher war an dieser Stelle ein Laden eingemietet. Doch die Bürgergemeinde konnte sich mit dem damaligen Spar-Filialenbetreiber nicht einigen. Was für ein Laden geplant ist und von wem dieser betrieben werden soll, wurde an der Bürgergemeindeversammlung nicht besprochen.

Innenansicht der Wohnungen im Obergeschoss im geplanten Neubau.

Innenansicht der Wohnungen im Obergeschoss im geplanten Neubau.

H-O Oegerli Markus Architekten SIA AG

Das Treppenhaus im Neubau inklusive Lift sowie die Wohnungen sollen barrierefrei gestaltet werden. Um das Gebäude werden Rasenflächen, Bäume, Sitzgelegenheiten sowie Kunden- und Besucherparkplätze entstehen. Im Untergeschoss wird eine Tiefgarage für Anwohnende gebaut.

Bau wird durch Bankkredit finanziert

Zur Finanzierung des Neubaus nahm die Bürgergemeinde Kontakt zu verschiedenen Banken auf. Die Raiffeisenbank Niedergösgen-Schönenwerd-Eppenberg erwies sich dabei als idealer Partner, erzählt Liechti-Leuenberger. Insgesamt belaufen sich die Kosten laut Architekturbüro auf 6,45 Millionen Franken. Die Bürgergemeinde wendet dabei Eigenmittel von rund 1 Million Franken auf.

Ein Mitglied der Bürgergemeinde äusserte seine Skepsis gegenüber der Fremdfinanzierung von über 80 Prozent. Die Bürgergemeindepräsidentin betonte mehrfach, dass die Raiffeisenbank in diesem Fall für die öffentlich-rechtliche Körperschaft weniger als 1 Prozent Zins erhebt. Dies unterscheide sich deutlich von Bankkrediten für Privatpersonen. Weiter betonte sie, dass es sich um eine sehr nachhaltige Investition handle, die sich auch für nachfolgende Generationen Gretzenbachs lohnen werde.

«Das Dorfzentrum ist etwas wert»,

sagt Liechti-Leuenberger. Bisher wurden die finanziellen Mittel der Bürgergemeinde auf Bankkonten gelagert. Doch durch die Negativzinsen wurde das Vermögen dabei immer kleiner. Da es sich bei der Bürgergemeinde Gretzenbach nicht um einen Sparverein handelt, ist laut der Präsidentin diese Investition sinnvoll.

Aktuelle Situation im Gretzenbacher Dorfzentrum mit ehemaligen Spar und Wohnhaus.

Aktuelle Situation im Gretzenbacher Dorfzentrum mit ehemaligen Spar und Wohnhaus.

Bruno Kissling

Einwohnergemeinde soll sich an Projekt beteiligen

Im letzten Teil der Veranstaltung wurde eine Fragerunde eröffnet, in der letzte Unklarheiten besprochen werden konnten. Ein Anwesender betonte, wie wichtig es sei, dass sich die Einwohnergemeinde bei dem Projekt beteilige, schliesslich profitiere auch diese von der Aufwertung des Dorfzentrums. Liechti-Leuenberger wies darauf hin, dass diesbezüglich noch Gespräche mit der Einwohnergemeinde Gretzenbach geführt werden.

Ein weiterer Anwesender sprach die Materialknappheit aufgrund der aktuell durch die Coronapandemie angespannten Lage an. Laut Architekturbüro hat sich die Situation jedoch bereits ein bisschen entspannt. Alles Weitere müsse bei Baubeginn geklärt werden.

Die gleiche Person fragte zudem, ob es wirklich Sinn mache, auf eher kleine Wohneinheiten zu setzen. Auch hier betonte der Vertreter des Architekturbüros, das Flexibilität bei der Wohnungsgestaltung möglich sei. Es wäre ebenfalls denkbar, dass im Obergeschoss grössere Wohnungen entstehen könnten, die für Familien attraktiver seien und so generationenübergreifendes Zusammenwohnen ermöglichte.

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