Andernorts wehren sich Einwohner und Gemeinden gegen die Unterbringung von Asylbewerbern, in Kienberg ist es ein Problem, wenn sie fehlen. Jahrelang war die gemeindeeigene Liegenschaft an der Hübelistrasse 26 leer gestanden, Anläufe zu einem Verkauf blieben erfolglos. Dann wurde sie von der Gemeinde für 36 000 Franken renoviert, die Einwohner spendeten ausgediente Möbel für die Einrichtung.

Auf den 1. Dezember 2014 konnte sie als Unterkunft für neun Asylsuchende an die Sozialregion Unteres Niederamt vermietet werden, im April 2015 rückten die ersten Bewohner ein. Der Mietpreis von 32 000 Franken im Jahr war für die Gemeindekasse interessant: «Das ist eine wesentliche Entlastung des Gemeindebudgets, und zwar nachhaltig», sagte Gemeindepräsident Roger Meier im Sommer 2015 an der Gemeindeversammlung.

Doch nach nur zwei Jahren ziehen die Asylbewerber wieder aus. Auf Ende März hat die Sozialregion die Wohnung gekündigt. Grund: Die Zahl der Gesuchsteller ist gesunken, die Sozialregion hat heute genügend andere und näher liegende Unterbringungsmöglichkeiten. Die Betreuung in Kienberg sei aufwendig gewesen, der Transport in die Beschäftigungsstätten in Olten oder Solothurn umständlich. Eine Zusammenarbeit mit Baselland scheiterte.

«Das Haus wird nun vorübergehend wieder leer stehen», bestätigt Roger Meier auf Anfrage. «Eine Arbeitsgruppe wird prüfen, ob es vermietet oder verkauft werden soll.» (cva)